Groschek stellt sich in Gladbeck der A-52-Debatte

Der Verkehr auf der B224 /A52 - hier in Höhe Erlenstraße Richtung Essen - wird weiter zunehmen.
Der Verkehr auf der B224 /A52 - hier in Höhe Erlenstraße Richtung Essen - wird weiter zunehmen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
NRW-Verkehrsminister Groschek kommt am 3. Februar nach Gladbeck und stellt sich der A-52-Debatte. Die neusten Pläne diskutierte der Bauausschuss.

Gladbeck..  Eingeladen hat den Minister die WAZ. Michael Groschek wird an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Martin Luther Forum Ruhr teilnehmen. Unter dem Titel „A 52 - Wohin geht die Reise für Gladbeck?“ diskutieren der NRW-Verkehrsminister (SPD), Bürgermeister Ulrich Roland (SPD), Joachim Brendel, IHK Nord Westfalen, und Matthias Raith, Vorsitzender des Bürgerforums Gladbeck, im Martin Luther Forum Ruhr über das Für und Wider der aktuellen Ausbaupläne.

Wie berichtet, plant der Bund den Ausbau von der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck bis zum A2/ A 52-Dreieck in Höhe von Wittringen. Noch bis zum 6. Februar liegen die Pläne im Rahmen des eingeleiteten Planfeststellungsverfahrens im Gladbecker Rathaus aus. Die Veranstaltung findet am 3. Februar ab 18.30 Uhr im Luther Forum, Bülser Straße 38, statt. Der Eintritt ist frei, zur besseren Planung werden ab Mittwoch, 21. Januar, Eintrittskarten bei der WAZ, Horster Straße 10, ausgegeben

Unterdessen beschäftigte sich der Bau- und Planungsausschuss in seiner ersten Sitzung des neuen Jahres mit dem zentralen Thema: Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Gebiet stand im Mittelpunkt.

122 Bürger (Stand Donnerstag) haben seit der Offenlegung am 7. Januar die Pläne im Neuen Rathaus eingesehen, meistens aber „gucken sich die Bürger nur den Übersichtsplan an der Wand an“, berichtet Rechtsdezernentin Nina Frense den Ausschussmitgliedern. Denn das umfangreiche Planungsmaterial, bestehend aus Karten, Gutachten und Berechnungen, ist für Laien schwer nachvollziehen. Stichprobenartige Umfragen unter den Besuchern in Zimmer 067 hätten ergeben, dass die jetzige Planung bis zur A 2 und der Bau des A2/A 52-Dreiecks mit Überflieger direkt vor Gladbecks guter Stube Wittringen auf Ablehnung stößt. „Eine Autobahn mit Tunnel würden viele jedoch befürworten“, so Nina Frense.

Davon aber ist Gladbeck aktuell weiter entfernt denn je. Und ob es jemals wieder zu einem Angebot mit Tunnel kommt, was 2012 vor dem Ratsbürgerentscheid in greifbare Nähe gerückt war, erscheint fraglich. Die jetzige Planung geht auf den Stand von 2008 zurück.

Damals hatte „Bauminister Wittke gesagt, er würde uns den Verkehr vor die Füße kippen, der aktuelle Minister Groschek macht es nun“, hielt Bürgermeister Ulrich Roland mit seiner Kritik nicht zurück und teilte auch an die Wirtschaft und IHK aus: „Ich vermisse Proteste der Wirtschaft gegen eine Beibehaltung des Ist-Zustands.“ Er kündigte an, die Verwaltung werde alle erdenklichen Argumente gegen die aktuelle Planung fristgerecht einbringen. Die Stadt kann wie jeder Bürger Einwendungen vorbringen, aber zusätzlich eine weitere Stellungnahme zu der staatlichen Maßnahme als Behörde verfassen.

Fachlichen Rat holt sie sich von Anwalt Dr. Olaf Bishopink, Verwaltungsrechtsexperte einer Münsteraner Kanzlei. Seine Einschätzung der Situation: Mit dem nun geplanten Ausbau von der A 42 in Bottrop bis zum A 2-Anschluss in Gladbeck hat die künftige Autobahn einen eigenen Verkehrswert. Und auch wenn Bürgermeister, Politik und Bürger noch so sehr auf den ablehnenden Ratsbürgerentscheid pochen, hat dieser und die dazu gemachten politischen Aussagen „bei Dissenz kein Ausbau keinen juristischen Wert“, machte Dr. Bischopink deutlich. Roland: „Die Lage ist ernst.“

Die Stellungnahme der Stadt soll in der Ratssitzung am 5. Februar beschlossen und danach auf der Homepage veröffentlicht werden.