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Sicherheit auf dem Schulweg

Größter Risikofaktor ist das Kind

19.08.2012 | 19:46 Uhr
Größter Risikofaktor ist das Kind
Klaus Dieter Parma kennt Gefahrensituationen aus langjähriger Erfahrung.Foto: Michael Korte

Gladbeck. Einen Sack Flöhe zu hüten, dürfte einfacher sein als dieses Trüppchen springlebendiger Kinder in Schach zu halten: Sie hüpfen auf dem Bürgersteig hin und her, immer hart an der Bordsteinkante; hopsen mal vor, mal zurück, rempeln sich im Spaß an. Einem Autofahrer kann dabei angst und bange werden. Wie leicht gerät in einer solchen unübersichtlichen Situation ein Steppke auf die Straße, vor ein Fahrzeug? Deswegen heißt es gerade in diesen Tagen, in denen I-Dötzchen ihre ersten Schulweg-Erfahrungen machen, für die Erwachsenen am Steuer und Eltern der Erstklässler: Obacht geben! Klaus Dieter Parma von der Verkehrswacht, der als Polizeibeamter vor 30 Jahren mit Verkehrserziehung an Schulen begonnen hat, weiß: „Die meisten Unfälle mit Kindern geschehen in einem Radius von maximal 500 Metern im Wohn- und Schulumfeld. Und gehäuft zwischen 7 und 8 Uhr sowie 12 und 14 Uhr.“ Er kennt immer wiederkehrende Gefahrensituationen und vorbeugende Möglichkeiten. Der Fachmann hat einige Tipps parat.

1.Zuallererst sollten Mütter und Väter sich klar machen: „Es sind und bleiben Kinder. Es sind keine kleinen Erwachsenen!“ Und die Dreikäsehochs haben eine andere Wahrnehmung als Erwachsene, können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht so sicher einschätzen.

2.Kinder lassen sich schneller ablenken, handeln oft impulsiv. Daher rät Parma: Um Routine und Sicherheit zu schulen, sollten Eltern Verkehrssituationen üben, erklären, die ABC-Schützen anfangs zur Schule begleiten. „Ganz wichtig ist das Überqueren einer Straße; besonders schwierig ist das, wenn ein Kind zwischen Autos die Seiten wechseln soll“, unterstreicht der Experte. Mädchen und Jungen sollten den Schulweg sicher kennen. Parmas Rat: „Lassen Sie sich von Ihrem Kind den Weg erklären, dann merken Sie, ob es alles verstanden hat.“

Das Engagement der Verkehrswacht

Die Verkehrswacht Gladbeck zählt aktuell etwa 75 Mitglieder.

Zum Schulanfang verteilen Klaus Dieter Parma und seine Kollegen Info-Material, Aufkleber, Malbücher und – ganz neu in diesem Jahr – die CD „Lieder & Geschichten für mehr Verkehrssicherheit“.

Gerne würde Parma sein Schülerlotsen-Netz ausweiten, doch dafür benötigt er personelle Verstärkung. Interessenten können sich unter  3 54 34, www.verkehrswacht-gladbeck.de melden.

3.Hilfreich ist es, wenn Eltern auf Gefahren hinweisen, zum Beispiel an Zufahrten von Grundstücken. Parma empfiehlt: „Man sollte immer wieder beobachten und trainieren. Eltern müssen sich auf ihr Kind verlassen können.“ Strikte Regeln sind Pflicht. Zum Beispiel: „Die absolute Grenze ist der Bordstein.“ Oder: Wenn eine Fußgängerampel auf dem Schulweg vorhanden ist, sollte sie auch genutzt werden – bei Grünlicht versteht sich. Auch Zebrastreifen sind nicht zur Zierde da. Der schnellere oder kürzere Weg ist nicht unbedingt der sicherste.

4.Klaus Dieter Parma warnt vor Regeln, die sich zum Ritual verselbstständigt haben. „Es wurde früher einmal gelehrt: Schau links-rechts-links. Doch wenn das Kind nur den Kopf hin- und herdreht, ohne auf den Straßenverkehr zu achten, macht das keinen Sinn“, erklärt der Fachmann. Er rät: Statt der abgespulten Routine sollten Kinder lieber versuchen, beispielsweise an einem Zebrastreifen den Blickkontakt zum Autofahrer zu suchen.

5.Wer in Eile ist, wird nachlässig und unaufmerksam. Davor schützen Eltern ihre Schulkinder, wenn diese sich rechtzeitig auf den Weg machen.

6.Kinder gehen meistens nicht allein, sondern grüppchenweise. Die Folge: Sie werden abgelenkt, die Konzentration lässt nach. Auch daran können Eltern durch Training arbeiten.

7.Das Kind sollte erst mit Freunden allein zur Schule gehen, wenn die Eltern überzeugt sind: „Es hält sich an die Regeln!“

8.Übrigens, ganz wichtig, so Parma: „Jeder hört gerne Lob – auch Ihr Kind, wenn es etwas gut gemacht hat.“

9.Und jedes Training, jede Erklärung nützt nichts, wenn die Mädchen und Jungen bei Erwachsenen etwas anderes sehen. Also: Eltern sind auch Vorbilder!

Svenja Suda


Kommentare
19.08.2012
21:58
Größter Risikofaktor ist das Kind
von ichliebekoenigsblau | #1


Hallo Klaus Parma

Das ist alles, seit Jahren eine tolle Leistung die da erbracht wird !

aber ob d a s die Eltern , die man derart "aufklären" wirklich interessiert ??

Das erleben Sie , die Polizeibeamten und die Schulwegbegleiter
tag - täglich
dass bei 90% der Eltern das ICH den Vorrang hat ! LEIDER

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