Gladbecks Neubürger gehen auf große Stadtrundfahrt

Natürlich gehörte die Maschinenhalle Zweckel zu den Sehenswürdigkeiten, an denen die Gruppe der Neubürger bei ihrer Stadtrundfahrt einen Stopp einlegte.
Natürlich gehörte die Maschinenhalle Zweckel zu den Sehenswürdigkeiten, an denen die Gruppe der Neubürger bei ihrer Stadtrundfahrt einen Stopp einlegte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gut 40 Zugezogene nahmen an einer Rundfahrt durch Gladbeck teil. Beigeordneter Weichelt zeigte die Sehenswürdigkeiten und erklärte die Stadthistorie.

Gladbeck..  Warum sieht Gladbeck aus, wie es aussieht? Um diese Frage zu beantworten nahm Beigeordneter Rainer Weichelt 42 Neulinge in der Stadt mit auf eine Rundfahrt – einmal Gladbeck per Bus. Traditionell lud die Stadtverwaltung die Zugezogenen ein und präsentierte die örtlichen Schokoladenseiten.

Pünktlich und nicht weniger symbolisch startete die Tour am Samstagmorgen direkt vor dem Rathaus. Ab ging die „wilde Kaffeefahrt“: Vorbei am Kulturzentrum in Stadtmitte (Bücherei, Stadthalle, Jugendtreff Mikado) wurde zunächst der südliche Westen angesteuert und erkundet. Um genau zu sein „Gladbeck-Ellinghorst“ stand auf dem Halteplan. „Zu ihrer rechten Hand sehen Sie das Pestalozzidorf, einst eine Bergbausiedlung“, erklärte Weichelt und wies zudem auf das Windrad in unmittelbarer Nähe hin.

„An den alten Häusern und dem Rad lässt sich hervorragend der Übergang von alten zu neuen Energien der Stadt beschreiben.“ Schließlich erwuchs Gladbeck einst aus der Kohleförderung und kämpft nach dem Ausstieg aus dieser ruhrgebietstypisch mit dem Strukturwandel.

Besonders beliebt und für „leuchtende Augen“ sorgte die Musikschule am Bernskamp. „Hier werde ich auf jeden Fall noch einmal mit dem Rad vorbeifahren“, so Gisela Schipper, die nun seit einem halben Jahr in Gladbeck wohnt. Aus Castrop-Rauxel zog sie Kern-Ruhrgebiet. „Ein wenig kenne ich die Stadt schon. Ich bin jeden Tag mit dem Rad unterwegs und meine ganze Familie wohnt hier.“ Rainer Weichelt hatte indes hörbar Spaß am Bus-Mikrofon, der Historiker kam in ihm durch. Woher etwa der Name des Stadtteils Rentfort stammt? „Der Name Rentfort bezeichnete wahrscheinlich eine Rinderfurt und somit die Möglichkeit zum Viehtrieb“, so Weichelt.

Angekommen an der Maschinenhalle in Zweckel staunten die „Touristen“ nicht schlecht. „Viel Industriekultur“ ist hier mit „viel Grün“ kombiniert. „Das denkt man im ersten Moment gar nicht so, doch auch in Rentfort sind mir die vielen Naturflächen schon aufgefallen“, so Regina Hatkemper. Sie war aus Dorsten nach Gladbeck gezogen. Sie ist eine Rückkehrerin. An ihrem Lieblingsort in der neuen-alten Heimat konnte jedoch auch der Besuch an der „wundervollen Maschinenhalle“, wie sie sagte, nichts ändern. „Wittringen kenne ich noch aus meiner Kindheit vom Schlittenfahren. Dort bin ich am liebsten“, erzählt sie

Zurück im Bus: Kein Stadtteil blieb an diesem Vormittag unberührt. Im Süden wurden die Industriegebiete ebenso angefahren, wie auch das Innovationszentrum Wiesenbusch, Wittringen und natürlich der historische Stadtkern rund um die Lamberti-Kirche. Nach mehr als drei Stunden war Feierabend mit Sightseeing. Erst einmal galt es die vielen Informationen zu verarbeiten. „Die Stadt ist total super“, so Peter Lightburn, der mit seiner Lebensgefährtin in Rentfort lebt. „Die dörfliche Atmosphäre mit freundlichen Menschen haben es mir wirklich angetan.“