Gladbeckerin rief die 110 an - Polizei reagierte verärgert

Bei Einbruch-Beobachtung umgehend die Polizei alarmieren.
Bei Einbruch-Beobachtung umgehend die Polizei alarmieren.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Verdächtige Beobachtung im Nachbargarten gemeldet , wie es von der Polizei gefordert wird. Statt Lob gab es aber Vorwürfe von der Leitstelle.

Gladbeck.. Wer verdächtige Beobachtungen macht, die auf Einbrecher hinweisen könnten, der soll sich nicht scheuen, umgehend den Polizeinotruf 110 zu wählen. Und lieber nicht selbst nachschauen, um sich nicht zu gefährden und den Einbrecher zu warnen – damit der möglichst auf frischer Tat erwischt werden kann.

Das propagiert die Polizei ausdrücklich in Broschüren. Tina Sassara aus Zweckel hat sich dazu eigentlich vorbildlich verhalten. Statt gelobt sei sie vom Beamten in der Leitstelle der Polizei aber abgekanzelt und kritisiert worden.

Eines vorneweg: Ihre „Täter-Beobachtung“ erwies sich als Fehlalarm, was am Grundprinzip des von der Polizei geforderten wachsamen Nachbarn aber nichts ändert. Tina Sassara erzählt, sie habe vor ein paar Monaten an der VHS-Veranstaltung „Schutz gegen Einbrecher“ teilgenommen und die Infobroschüre der Polizei „Ungebetene Gäste“ mitgenommen – wo eben die sofortige Polizei-Notrufmeldung empfohlen wird.

Ihren Kindern sei nun zunächst vergangenen Donnerstag ein fremder Mann aufgefallen, „der aus unserem Garten durch eine schmale Lücke im Zaun aufs Nachbargrundstück gelaufen ist“. Sie habe selbst nichts mehr gesehen, am nächsten Morgen aber einen fremden Fußabdruck im Beet entdeckt.

Flackerndes Licht auf Nachbargrund

Am Samstagabend, nach Einbruch der Dunkelheit, habe ihre kleine Tochter (7) dann Taschenlampenlicht im Nachbargarten gesehen und sie gerufen. Das verdächtige Licht habe sie dann auch beobachtet, „unheimliches Flackern am Ende unseres Gartens, an den Nachbargrundstücke grenzen. Wobei ein Haus unbewohnt ist und zum Verkauf steht“, berichtet die Zweckelerin (46) weiter.

Sie habe daraufhin – wie gelernt -- den Polizeinotruf gewählt. Am anderen Ende habe sie da zu hören bekommen, „dass ein Einbrecher kaum so auffällig mit der Taschenlampe leuchten würde“. Eine Polizeistreife sei dann aber wohl doch vorbeigeschickt worden, jedenfalls erfolgte nach einiger Zeit ein Rückruf von der Leitstelle. „Dabei wurde mir vorwurfsvoll mitgeteilt, dass lediglich ein Nachbar mit der Lampe im Kompost nach Angelwürmern gesucht hat.“

„Die Bürgerin hat alles richtig gemacht“

Mit der weiteren Aufforderung, „doch besser beim nächsten Mal vom Balkon aus selber nachzuschauen“. Fazit von Tina Sassara: „Wenn ich wieder etwas Verdächtiges sehe oder höre, melde ich mich wohl besser nicht mehr bei der Polizei, sondern trommele lieber ein paar Nachbarn als Hilfe zusammen.“

„Die Bürgerin hat alles richtig gemacht“, unterstreicht Ramona Hörst von der Pressestelle der Polizei. Man werde jetzt das Gespräch mit dem betroffenen Kollegen suchen, „um den Vorgang zu klären“.