Gladbeckerin Linda Möller freut sich auf Amerika-Abenteuer

Linda Möller vom Ratsgynasium in Gladbeck geht für ein halbes Jahr in die USA.
Linda Möller vom Ratsgynasium in Gladbeck geht für ein halbes Jahr in die USA.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Noch weiß die 15-Jährige nicht, in welcher Gastfamilie in den USA sie ein halbes Jahr leben wird. Aber die Schülerin des Ratsgymnasiums bleibt cool.

Gladbeck.. Mittägliche Ruhe herrscht am Lehmstich, quasi einen Steinwurf von der St. Joseph-Kirche entfernt; Sonnenstrahlen glitzern in der Sommerhitze auf dem Wasser des Pools im gepflegten Garten hinter dem Haus; etwas kühler ist’s im Wintergarten. Hier in Rentfort ist Linda Möller zu Hause und genießt ihre Ferienzeit. Noch. Denn in wenigen Wochen wird sie Gladbeck den Rücken kehren: Die 15-Jährige zieht’s über den großen Teich, in den USA will sie ein halbes Jahr in einer Gastfamilie leben, zur Schule gehen, Land und Leute kennenlernen.

Eine Reise mit vielen Fragezeichen

Für die Zehntklässlerin, die am Ratsgymnasium die Schulbank drückt, ist’s eine Reise mit drei Fragezeichen. Mindestens. Wann genau sie in den Flieger steigt, ist bislang ebenso unklar wie der Ort, an dem Linda in den Vereinigten Staaten landet. Ob’s an ihrem Zielort warm ist wie derzeit in Deutschland? Wird die Gladbeckerin in einer Großstadt ein zweites Zuhause finden? Oder in einem Dorf, fernab städtischen Trubels? Da kann Linda nur die Schultern zucken. Denn: „Meine Gastfamilie wird jetzt noch gesucht.“ Also noch eine Unbekannte im Amerika-Abenteuer der Schülerin.

Pulsierende Metropole oder Kleinstadt?

Manch einen Jugendlichen würde so viel Ungewissheit vielleicht nervös machen, doch Linda nimmt’s locker. Klar, macht sie sich ihre Gedanken, wo sie sich leicht einleben und wohl fühlen könnte. Sie überlegt: „Kalifornien, die Westküste, Florida – das fänd’ ich schon cool.“ Aber: Auch der Norden hat seine Reize. Vielleicht Michigan? Linda lässt sich überraschen, denn sie ist zuversichtlich, dass sie sich zurecht finden wird. Sie meint: „Es gibt eigentlich keinen Ort, an den ich auf keinen Fall will.“ Pulsierende Me­tropole oder Kleinstadt? – „Beides hat seine Vorteile.“

Völlig anderer Lifestyle

Hauptsache, sie erlebt in einer netten Gastfamilie den Lifestyle, der so völlig anders ist als der europäische. Deswegen kam für die Schülerin auch Großbritannien nicht in Betracht, als sie sich entschied: Ich will ins englischsprachige Ausland. Das sollte „etwas sein, das sich richtig von dem unterscheidet“, was sie kennt. Australien wäre eine Alternative gewesen. Aber Linda wählte dann doch die USA.

Vom Ratsgymnasium zur Highschool

Dort wird sie eine Highschool besuchen. Etwas unsicher ist die Gladbeckerin, wenn sie daran denkt: „Ich habe Angst vor dem ersten Schultag. Und hoffentlich komme ich im Unterricht mit.“ Es wäre schön, wenn sie – wie zu Hause in der Gemeinde St. Joseph – bei den Pfadfindern mitmachen und Sport treiben könnte. Dass sie irgendwann das Heimweh packen könnte, schreckt Linda nicht: Dieses Tief werde sie überwinden.

Zwillingsbruder bleibt lieber daheim

Die begeisterte Leichtathletin ist in ihrer Klasse die einzige, die den Sprung auf fremdes Terrain wagt: „Nur noch in meiner Parallelkasse macht ein Mädchen einen Auslandsaufenthalt, auch in den USA.“ Linda ist gespannt auf „einzigartige Erfahrungen“: „Man wird selbstständiger und selbstbewusster.“ Über ihren Klassenlehrer Mark Bergmann habe sie Jugendliche kennengelernt, die ihr von ihren eigenen Auslandsaufenthalten erzählt haben: „Ganz toll, empfehlenswert.“ Das konnte allerdings Lindas Zwillingsbruder Lasse nicht begeistern. Er bleibt lieber daheim. Dann sind Mutter Ingrid Möller-Bannasch (55) und Vater Uwe Möller (57) nicht ganz unter sich, wenn die Tochter auf einem anderen Kontinent lebt. Die Eltern freuen sich für Linda, dass sie die Chance hat, in den USA neue Eindrücke zu sammeln.