Gladbecker Schüler-Musical führt zurück in die Vergangenheit

Schüler der Anne-Frank-Realschule brachten das Musical "Vorwärts in die Vergangenheit" im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Gladbeck auf die Bühne.
Schüler der Anne-Frank-Realschule brachten das Musical "Vorwärts in die Vergangenheit" im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Gladbeck auf die Bühne.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Kinder und Jugendliche der Anne-Frank-Realschule rissen mit ihrem Musical das Publikum im Gladbecker Dietrich-Bonhoeffer-Haus vom Hocker.

Gladbeck.. Schüler der Klassen fünf bis zehn der Anne-Frank-Realschule führten zum zwölften Mal in Folge ausgelassen, witzreich und schlagfertig ein im Teamwork erarbeitetes Musical auf, das dieses Jahr den Titel „Vorwärts in die Vergangenheit“ trug. Die mit Leib und Seele engagierten Mitwirkenden verwandelten auch dieses Mal das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in eine strahlende Partylocation. Worauf es den Multitalenten ankam war, das zu zeigen, was sie lieben. Was sie nach einem dreieinhalb stündigen, voller Dramatik, Gags und Liebe gefüllten Programm hinterließen, war mehr als nur leichte Unterhaltung. Sie schufen nämlich ganz im Sinne der Katharsis – einem Begriff aus der Literatur – eine durch und durch geläuterte und befreite Atmosphäre, die die Gäste mit nach Hause nehmen konnten.

Mehr als ein Projekt . . .

In der Geschichte geht es um eine spannende Zeitreise von der Vergangenheit zur Gegenwart und in die Zukunft. Am Ende steht die Feststellung: Hätte man die Macht, in die Abläufe der eigenen Biografie beliebig einzugreifen, hätte dies gravierende Folgen für die eigene Gegenwart.

So steigen gleich zu Anfang die Zuschauer mit Olivia und Bruder Sam in die durch ihren Vater erfundene Zeitmaschine ein, wo sie auf den Spuren der 50er bis 90er Jahre ihre verstorbene Mutter noch mal besuchen. Dabei lernen die Reisenden viel Ungeklärtes zu verstehen und zu akzeptieren. Poppige Breakdance-Einlagen, Sologesang zu Songs – etwa von Beatles oder Chubby Checker – und die Live-Band versprühen einen Rhythmus im Raum, dem sich kaum jemand zu entziehen vermag: Das Publikum singt und schwingt mit.

„Den Jugendlichen bedeutet dieses Spektakel auf der Bühne jede Menge“, erklärt Karin Holzmann, seit 1993 Lehrerin an der Schule und seit den Anfängen als Regisseurin bei dem Musical-Projekt dabei. Sie weist darauf hin, dass es nicht nur der Spaß an der Sache ist, die dieses Projekt so erfolgreich macht. Vor allem das Erlebnis, Teil eines Ganzen zu sein und sich ernst genommen zu fühlen, ließen Jugendliche alles aus sich herausholen. „Es ist der Wahnsinn, wie plötzlich aus Mauerblümchen Bandleader werden oder unscheinbare Außenseiter dann auf einmal mit einer begnadeten Stimme aus sich raus kommen, aufblühen und selbstbewusst eine neue Rolle, nämlich im Mittelpunkt der Gruppe einnehmen“, so die 55-jährige Hobby-Schauspielerin. So etwas lerne man „nicht auf der Schulbank, sondern nur durch Interaktion, durch Respekt, Vertrauen und Aufmerksamkeit“.