Gladbecker schoss aus Eifersucht auf 34-Jährigen

Der angeklagte Gladbecker (41) mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Sedat Kapusuz. Im Hintergrund eine Gerichtsmitarbeiterin.
Der angeklagte Gladbecker (41) mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Sedat Kapusuz. Im Hintergrund eine Gerichtsmitarbeiterin.
Foto: Lotze
Mit einem Geständnis begann der Schwurgerichtsprozess gegen einen 41-jährigen Gladbecker, der zugab, einen Wuppertaler (34) beschossen zu haben.

Gladbeck/Wuppertal.. Ein 41-jähriger Gladbecker hat am Montag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Wuppertal zugegeben, einen Mann (34), den er nur per Internet kannte, aus Eifersucht vor dessen Wuppertaler Haustür abgepasst, mit einer Pistole beschossen und damit lebensgefährlich verletzt zu haben. Der 41-Jährige gab an, kurz zuvor im Computer seiner Freundin Hinweise auf eine mögliche intime Beziehung zwischen ihr und seinem Opfer gefunden zu haben.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Das 34-jährige Opfer war nach dem Überfall von Anfang Dezember an seinen Verletzungen beinahe verblutet. Eine Kugel hatte seinen Kiefer durchschlagen und seinen Hals verletzt, bevor sie in einer Rippe stecken blieb. Er hat sich seither mehreren schweren Operationen unterziehen müssen. Der Angeklagte sagt: „Ich wollte nur, dass wir reden. Es tut mir so Leid, was ich getan habe.“

Waffe abgeblich "aus technischem Interesse" gekauft

Er bestätigte Ermittlungsergebnisse, wonach er den jüngeren Mann unter erfundenem Frauennamen per Internet angeflirtet hat. Der Wuppertaler soll die vermeintliche Unbekannte daraufhin zu einer Abendverabredung zu sich nach Hause eingeladen haben. Treffpunkt sollte ein Supermarktparkplatz nahe seiner Wohnung sein. Nach Informationen unserer Zeitung waren es Internet-Spuren dieser ausführlichen Kontaktaufnahme, die später die Fahnder auf die Spur des Angeklagten brachten.

Der 41-Jährige hat zugegeben, kurz vor der vereinbarten Treffzeit an der Wohungstür des Jüngeren unter einem Vorwand geklingelt zu haben. Mutmaßlich wollte er sich vergewissern, dass er beim späteren Gegenübertreten auf der Straße mit gezogener Waffe den Richtigen angreifen würde. Die Pistole, laut Staatsanwaltschaft wohl ein halbautomatisches, belgisches Fabrikat mit Kaliber 7,65 Millimeter, will der Angeklagte einige Wochen vor den Geschehnissen in einem Gladbecker Spielsalon für 700 Euro von einem anderen Gast gekauft haben - angeblich ohne Bezug zur späteren Tat „aus technischem Interesse“.

Laut Angeklagtem soll sich der zweite, der folgenschwerste Schuss erst in einem Gerangel mit dem Opfer gelöst haben. Richter Martin Grund hielt ihm vor: „Das passt nicht mit den Verletzungen überein.“ Das Gericht wird dazu Experten befragen. Je nach den Feststellungen in der Hauptverhandlung muss er mit mehreren Jahren Gefängnis oder sogar mit Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik rechnen.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann soll das Opfer vor den Richtern aussagen.

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