Gladbecker Ritter träumen nicht von Kölle

Frank Walter ist Vorsitzender des Karnevalsclubs Wittringer Ritter.
Frank Walter ist Vorsitzender des Karnevalsclubs Wittringer Ritter.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Gespräch mit dem neuen KCWR-Chef zeigt sich, dass die heimischen Narren bestens aufgestellt sind.

Gladbeck.. Seit 17 Jahren gibt es den Karnevalsclub Wittringer Ritter (KCWR). Jetzt übergab der Gründungsvorsitzende Toni Blümer den Narrenstab an Frank Walter, der Blümer als erste Amtshandlung zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Mit dem 51-jährigen Gladbecker Jungen sprach Gerhard Römhild übers Jeckentum und die sessionslose Zeit in der Stadt.

Sie sind nun der Kapitän auf dem Narrenschiff der Wittringer Ritter. Alles im Griff?

Frank Walter: Na klar, alles im Griff, das war ja schon unser Motto der Session 2014/2015. Nach der Einarbeitungszeit und mittlerweile zehnjähriger Zugehörigkeit zum Verein, habe ich natürlich ein bisschen Erfahrung. Also, das sollten wir im Griff haben.

Dauerte es lange, Sie zu überzeugen, der neue Ritter-Chef zu werden?

Zu überzeugen, ja, insgesamt hat es schon so drei, vier Jahre gedauert.

Warum haben Sie gezögert?

Nun, es ist auch eine große Verantwortung. Zudem muss man sich erst mal darüber bewusst werden, was das Ganze zu bedeuten hat. Ich habe mich mit Toni Blümer darüber unterhalten und als er endgültig gesagt hat, er zieht sich zurück, habe ich gesagt: Wenn die Einarbeitungszeit da ist, mache ich es.

Werden Sie vom Vorgänger Toni Blümer unterstützt?

Er hat gesagt, er möchte nicht mehr in der ersten Reihe stehen, aber er steht mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Gibt es Neuerungen, die Sie als Chef durchsetzen wollen?

Da kann ich im Moment noch gar nicht so viel zu sagen. Erstmal bin ich froh, dass der neue Vorstand gewählt ist. Es gibt ja auch Neumitglieder, die jetzt sogar neu im Vorstand sind. Einige Altbewährte sind ausgeschieden. Zunächst geht es darum, so weiter zu machen wie bisher. Ob dann irgendwann Neuerungen kommen, wird man sehen. Jeder macht es ja etwas anders, aber so wie wir in den vergangenen Jahren vorgegangen sind, haben wir nicht all zuviel falsch gemacht.

Wie wollen Sie den KCWR in der Stadt noch mehr verankern?

Der KCWR ist hier in Gladbeck ja schon sehr, sehr bekannt. Wir gehen beispielsweise in die Altenheime, gerade der soziale Aspekt ist uns sehr wichtig. Wie bekannt wir sind, das hat man beim letzten Rathausturm gesehen. Da war es ja sehr voll. Also, wenn es so weiter geht, dann können wir zufrieden sein.

Ist Ihnen Gladbeck jeck genug oder träumen Sie manchmal von Kölle?

Von Köln träumen wir überhaupt nicht, das ist ja ganz weit weg. Und ganz ehrlich, hier feiert man den Karneval völlig anders. Ich finde den Karneval hier bei uns in Gladbeck viel schöner, als in Köln.

Ist schon klar, wer das Prinzenpaar der Session 2015/2016 wird?

Ja, das steht schon fest (knapp gesagt, dann Stille).

Sagen Sie uns, wer Nachfolger von Olaf I. (Pöschl) und Sabrina I. (Bandel) wird?

Nein (heftiges Kopfschütteln).

Wann wird’s öffentlich?

Bis zum ersten Freitag vor dem eigentlichen Sessionsstart am 11.11. – wir in Gladbeck sind da ja immer etwas flotter – bleibt es ein Geheimnis.

Jugendgarde, Juniorengarde, Solomariechen, wie sieht es da mit Interessenten aus?

Im Moment haben wir einen ganz guten Zulauf, sowohl in der Jugendgarde, als auch in der Juniorengarde, die gleichzeitig unsere Prinzengarde ist. Solomariechen haben wir im Moment nicht. Das ist aber kein Problem, denn wenn wir mit unseren Garden auftreten, sind die Leute schon so begeistert. Wir sind da immer noch gut bestückt, was aber nicht heißt, dass wir nicht auch immer auf Interessentensuche sind.

Überraschungs-Treffen am 1. Mai

Die nächste KCWR-Aktion ist der Maigang am 1. Mai um 12 Uhr ab Rathaus. Was ist geplant?

Das kann ich Ihnen gar nicht sagen, weil für die Aktion am Rathaus unser Organisationsleiter Volker Ristau zuständig ist, und der verrät nicht alles vorher. Erst ein schöner Gang und dann grillen oder gemütliches Bierchenrinken – ich weiß es auch nicht. Er macht es auf jeden Fall super. Wir lassen uns da jedes Jahr neu überraschen und dann schauen wir mal.

Ihre Frau Heike ist ebenfalls beim KCWR, trainiert die kleine Garde. Haben Sie zu Hause auch die Narrenkappe auf?

Natürlich leben wir den Karneval, sind begeisterte Karnevalisten. Wenn die Session endet, dann ist man schon froh, wenn es vorbei ist. Aber ganz ehrlich – drei, vier Wochen später könnte es gerne wieder losgehen. Man ist einfach zu sehr da drin und es macht ja auch Spaß. Wenn man nicht voll dahinter steht, würde es nicht funktionieren, es ist ja auch ein hoher Zeitaufwand nötig.

Wie wird man Karnevalist?

Ganz zufällig haben Heike und ich uns Rosenmontag 1987 getroffen. Seitdem sind wir ein Paar. 2001 besuchten wir mit der großen Tochter Kimberley das Appeltatenfest. Da tanzte die Garde auf der Bühne und sie sagte: Papa, das möchte ich auch. Also ging sie zur Garde und wir sind dann da so ‘reingewachsen. 2005 wurden wir Mitglieder, dann hat das Ganze seinen Lauf genommen. Auch unsere kleine Tochter Cindy ist dabei, betreut die Jugendarbeit.

Was machen Jecken, wenn kein Karneval ist?

Musikkonzerte und amerikanische Autos sind unser Hobby. zudem widmen wir uns den Freunden, für die man während der Session keine Zeit hat. Aber es gilt: Karneval ist am Aschermittwoch nicht vorüber. Die Planung für die neue Session steht an und die Tanzgruppen trainieren jede Woche, nur in den Ferien nicht.