Gladbecker Ratsherr Andreas Thümmel kehrt der SPD den Rücken

Ratsherr  Andreas Thümmel ist aus der SPD ausgetreten.
Ratsherr Andreas Thümmel ist aus der SPD ausgetreten.
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Was wir bereits wissen
Ratsherr Andreas Thümmel ist „aus persönlichen Gründen“ aus der SPD ausgetreten. Damit kehrt der 52-jährige auch der SPD-Ratsfraktion den Rücken.

Gladbeck..  Nach Mitteilung von SPD-Stadtverband und -Ratsfraktion erfolgte der Schritt Thümmels aus persönlichen Gründen, „da er durch die SPD-Ratsfraktion nicht für einen Sitz im Sparkassenverwaltungsrat nominiert wurde, sondern lediglich für den Verwaltungsrat der Eon Fernwärme Berücksichtigung fand“.

Allerdings soll Thümmel, der in der Wahlperiode zuvor bereits Sparkassen-Verwaltungsratsmitglied war, nach WAZ-Informationen eine erneute Mitgliedschaft zugesagt worden sein.

Laut SPD-Fraktionschef Michael Hübner deutete sich eine Trennung Thümmels von der SPD in den letzten Monaten an. Thümmel sei, so Hübner, zuletzt drei Monate im Dauerurlaub gewesen und habe auch davor aus Urlaubsgründen nicht an der Ratssitzung teilgenommen. „Das zeugt nicht von motivierter und zielgerichteter Ratsarbeit“, kommentiert der Fraktionschef. Thümmel kam mit seinem Austritt möglicherweise auch einem Ausschluss aus der Fraktion zuvor, da er laut Hübner seit Juni 2014 die übliche „Mandatsträgerabgabe“ von 65 Euro pro Monat für die Partei (zu zahlen vom Ratsentgelt von 351,60 Euro im Monat) schuldig blieb.

Thümmel, den die WAZ für eine Stellungnahme trotz mehrfacher Versuche nicht erreichte, sitzt seit 2004 für die Braucker SPD im Rat. Bei der Wahl 2014 kandidierte er in Butendorf-Süd und holte mit knapp 44 Prozent das Direktmandat für die SPD. Politische Auswirkungen im Rat erwartet Hübner angesichts der stabilen SPD-Mehrheit (21 von 46 Ratssitzen) nicht. „Thümmels Austritt ist verschmerzbar.“ Allerdings fordern er und SPD-Parteichef Jens Bennarend den Braucker auf, auch sein Mandat abzugeben. „Denn die Wähler haben in erster Linie den SPD-Kandidaten gewählt.“

Einstweilen bleibt Thümmel partei- und fraktionslos im Rat, behält laut Bürgermeisterbüro auch seine Zugehörigkeiten in drei Ausschüssen (Rechnungsprüfungs-, Umwelt-, Betriebsausschuss), da sie personenbezogen sind. Erhalten bleibt ihm auch das Aufsichtsratsmandat bei Eon Fernwärme. Und zusätzlich zum Ratsentgelt von 351,60 Euro erhält er fortan als Fraktionsloser weitere 415,80 Euro Entschädigung für Geschäftsbedarf – Geld, das bislang an die Fraktion floss.