Gladbecker Rat bleibt bei striktem Nein zum A 52-Teilausbau

Die B224 /A 52 wird zu Hauptverkehrszeiten häufig zur Staustraße.
Die B224 /A 52 wird zu Hauptverkehrszeiten häufig zur Staustraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Einwendungen gegen isolierten Ausbau bis zum A2-Kreuz füllen bereits 15 Seiten. Bürgermeister : Wir werden alle juristischen Möglichkeiten nutzen.

Gladbeck.. Die A 52 und das, was ‘mal in Gladbeck daraus werden könnte, bewegte in den letzten Tagen viele Gladbecker – und stand gestern natürlich als Thema auf der Tagesordnung des Rats. Die Signale aus Berlin für einen doch möglichen Komplettausbau, die Aussagen von Verkehrsminister Michael Groschek in Gladbeck zu einem womöglich längeren Tunnel und einem niedrigeren A2-Kreuz (mit Unterflieger) haben Bewegung in die Diskussion gebracht.

Dennoch fährt „der Zug weiter, vielleicht auch erbarmungslos“, ließ Bürgermeister Ulrich Roland keinen Zweifel, dass es im laufenden Planfeststellungsverfahren zum Teilausbau (von der Stadtgrenze Bottrop bis zum A 2-Kreuz) keinen Grund für entspanntes Zurücklehnen gibt. „Wir werden alle juristischen Mittel nutzen und uns eine klagefähige Rechtsposition sichern“, stellte er klar und forderte betroffene Bürger auf, auch ihre Argumente vorzubringen.

Auf 15 Seiten listet die Stadt ihre Einwendungen gegen die geplante Maßnahme auf. Das ist nur der Anfang, die Begründungen werden einige Aktenordner füllen. Vor allem die Folgen einer Verkehrsplanung, die geschätzte 11 000 Fahrzeuge mehr über die aktuell schon mit ca. 35000 KFZ überlastete B 224 rollen ließe, werden als Argument vorgebracht. Ein „Verkehrsinfarkt“ nicht nur für die Knotenpunkte Schützen-, Goethe- und Phönixstraße wäre ein anzunehmendes Schreckensszenario, da der Verkehr auf andere Stadtstraßen ausweichen würde. Unzulänglich erscheint auch die Planung des Kreuzes und die Abfahrten von der Autobahn, von Lärm- und Feinstaubbelastung für das „Schutzgut Mensch“ ganz zu schweigen.

Kein Zweifel: In der Ablehnung dieses Teilausbaus, der den Lückenschluss von der A 42 zur A 2 herstellen soll, herrscht Konsens in der Politik. Ganz so einig ist man sich in der Bewertung der möglichen neuen Entwicklung dagegen nicht. Und so wurde länger über einen Beschluss diskutiert, der eigentlich gar keiner ist, sondern auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom September 2014 die Strategie für den Umgang mit den neuen Chancen auf einen Komplettausbau festlegt. Konkret erhält der Bürgermeister den Auftrag, sich mit Fraktionen und Abgeordneten für einen Unterflieger am Kreuz und einen Tunnel über die Grabenstraße hinausgehend einzusetzen. Ebenso soll es für die Zusage des Ministers aus „einem Guss bauen zu wollen“ eine vertragliche Grundlage geben.

38 Ratsmitglieder stimmten zu, vier dagegen, darunter die Linke, die den Worten des Ministers nicht traut und für einen Tunnel „nicht den Hauch einer Chance sieht“ (Franz Kruse). Die DKP (Gerhard Dorka) forderte gar einen neuen Ratsbürgerentscheid. Vier Ratsmitglieder, darunter zwei CDU-Ratsherren, enthielten sich.