Gladbecker Leuchttürme
22.08.2011 | 17:54 Uhr 2011-08-22T17:54:38+0200
Gladbeck. Wie können Umweltschutz und Industrieentwicklung in der Region voneinander profitieren? Wodurch können neue Arbeitsplätze entstehen und der Strukturwandel vorangetrieben werden? Das sind Fragen, die den SPD-Kreisvorsitzenden Frank Schwabe MdB, auch Klimaschutzsprecher der SPD-Bundestagsfraktion, umtreiben.
Auf der Suche nach positiven Beispielen für umweltorientierte Industriebetriebe wurde er im Rahmen seiner „Sommertour“ durch den Kreis Recklinghausen in Gladbeck bei zwei mittelständischen Unternehmen fündig: Geballte Kompetenz und innovatives Denken in Sachen Wind- und Solarenergie fand er bei der SL-Windenergie an der Voßbrinkstraße, Spitzentechnologie und weltweit anerkanntes Knowhow zur Entstaubung von u.a. Bergbaumaschinen bei der CFT-compactfiltertechnic an der Beisenstraße.
Schwabe: „Das sind zwei Leuchttürme, die beweisen, dass man mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz Arbeitsplätze schaffen, weiter expandieren und wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich arbeiten kann.“ So konnte SL-Windenergie-Geschäftsführer Klaus Schulze-Langenhorst innerhalb kurzer Zeit die Zahl der Festangestellten von vier auf 15 erhöhen, bei dem Bergbauzulieferer CFT, der sich bereits seit längerem auf neue Arbeitsfelder konzentriert, sind 75 Mitarbeiter beschäftigt.
Besonders interessant für den SPD-Kreisvorsitzenden: Das Gladbecker Modell des „Bürgersolarparks“, bei dem SL-Windenergie die Federführung übernommen hat, die Bürger mittels Genussscheinen Anteile erwerben und somit in doppelter Hinsicht profitieren können. „Absolut vorbildlich und bundesweit von Interesse“, urteilte Schwabe, der die gewonnenen Informationen zu diesem „nachahmenswerten Modell“ ganz sicher im Kreis Recklinghausen verbreiten wird.
Positive Folgen könnte aber auch der Besuch bei CFT haben, das sich mit innovativen Ideen neue Märkte erschließt: Dort wurde u. a. eine Straßenkehrmaschine entwickelt, die anders als die bisher üblichen Modelle den angesaugten Schmutz nicht mehr ungefiltert in die Umwelt und über die Passanten auf den Gehwegen bläst. „Für diese Art der Emissionen gibt es bisher keinerlei Grenzwerte und Richtlinien. Geregelt ist nur, dass die herkömmlichen Maschinen nicht an den Messpunkten für die Feinstaubemissionen vorbeifahren dürfen“, weiß SPD-Kreischef Schwabe.
Hier müsste mit der Umweltgesetzgebung nachgebessert werden, denn Schützenhilfe dieser Art würde auch den klassischen Bergbauzulieferern helfen, sich für eine Zukunft nach der heimischen Kohleförderung zu rüsten. Das könnte auch ein Thema für eine genauere Untersuchung der Überlebensstrategien und Erschließung neuer Geschäftsfelder mittelständischer Unternehmen der Bergbauindustrie in NRW sein. „Damit man besser weiß, welche Hilfen nötig sind“, überlegt der Bundestagsabgeordnete bereits den nächsten Schritt, der im Übrigen aus energie- und wirtschaftspolitischen Gründen immer für einen Erhalt der heimischen Kohle plädiert hat.
Regional gesehen ist nach Überzeugung von MdB Frank Schwabe auch die Politik bei der weiteren Entwicklung innovativer Ideen gefragt, müssten solche Entwicklungen noch stärker von Parteien und politischen Gremien begleitet und auch in den Fokus der Wirtschaftsförderung im Kreis genommen werden. Nach der politischen Sommerpause werden die besichtigten Gladbecker Unternehmensbeispiele für eine gelungene Verbindung von Umweltschutzförderung und industriellem Fortschritt in dem Zusammenhang sicher noch öfter genannt werden.
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