Gladbecker KunstKompakt hat das Dutzend voll

Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum zwölften Mal lädt Karoline Dumpe zur kompakten Kunstschau in die Alte Spedition. Vielfalt macht den Reiz der Ausstellung aus.

Gladbeck..  Das erste Dutzend ist voll: Die Gladbecker KunstKompakt geht in diesem Jahr in die 12. Runde, und es wird garantiert nicht die letzte sein. Karoline Dumpe bleibt auch diesmal ihrem Erfolgskonzept treu, das nicht nur bei Gladbecker Kunstfreunden gut ankommt. Zehn Künstlerinnen und Künstler zeigen ab Freitag in der Galerie „Alte Spedition“ in einer kompakten Schau ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst. Es ist gerade diese Vielfalt, die aber nie beliebig erscheint, die wie in den Jahren zuvor erneut den Reiz der Ausstellung in der Alten Spedition ausmacht.

Die geheimen Stars sind, auf den ersten Blick, die bildhauerischen Werke. Da schwebt ein Hai mitten im Raum, fast lebensgroß aus Holz, Kupfer und Draht geformt, der scheinbar die Spuren eines harten Lebens in den Tiefen des Meeres am Körper trägt. Ein bronzener Kaiman kriecht in drei Teilen über den Boden, eine Seekuh blickt mit runden Augen vom Podest. Schöpfer dieser Welt beeindruckender Wassertiere ist der Bildhauer Joost Meyer (Aachen).

Bildhauer-Kollegin Ursula Commandeur (aus Castrop-Rauxel) dagegen kreiert abstrakte Skulpturen aus bizarr geformtem Porzellan, umwebt sie mitunter mit schützender Hülle aus Draht oder lässt dünne Metallfäden als sperrige, abwehrende Masse herausragen. So entstehen ganz eigene, scheinbar in der Luft schwebende Tiefseewesen.

Knallige Farben – neue Techniken

„Bewegte Zustände“ beschreibt Karoline Dumpe diese Kompaktschau. Ein Titel, der auch auf die gemalte Kunst passt. Zu Marc Kirschvinks plakativen, in knalligen Farben präsentierten Abstraktionen ebenso wie zu Laura Nietos Aquarellen menschlicher „Zustände“ in der Großstadt. Und insbesondere zu den in wunderbar sanften Farben gedruckten Meereslandschaften der Anastasiya Nesterorva. Die georgische Künstlerin zeigt in beeindruckender Weise, wie kreativ die Technik des Holzschnitts angewendet werden kann.

Related content

Ein Jahr lang hat Karoline Dumpe, deren eigene Objektarbeiten aus Papier und Holz das Bindeglied zwischen Malerei und Bildhauerei darstellen, Künstler für die KunstKompakt 2015 gesucht. „Ich bin auf Ausstellungen und Messen immer auf der Suche nach interessanten Leuten“, erklärt sie. Und trifft dort beispielsweise auf Corinna Kraus-Naujeck aus Kiel, die alte Seekarten als Grundlage für ihre gemalten Landschaften nutzt. Oder auf Thomas Volkmann, der als „junger Wilder“ mit seinem provozierenden, expressiven Bildern einen Kontrapunkt zu den sanfteren Werken in dieser Ausstellung setzt.

Aus den so unterschiedlichen Werken und Stilen hat Karoline Dumpe eine erstaunlich harmonisierende Ausstellung konzipiert. Wie das alles zueinander passt oder gerade durch die Gegensätze ein ganzes Bild ergibt, werden auch die Künstler und Künstlerinnen erst am Freitagabend auf der Vernissage sehen – und dabei erstmals einander kennenlernen.