Gladbecker Hochzeitsplaner setzen aufs Ambiente im Schloss

Linda Schmitt (Foto) und Jeanette Wessel organisieren die nächsten Hochzeitsinformationstage auf Schloss Wittringen.
Linda Schmitt (Foto) und Jeanette Wessel organisieren die nächsten Hochzeitsinformationstage auf Schloss Wittringen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ja sagen - und zwar richtig. Bei den Hochzeitstagen am 24. und 25. Januar im Wasserschloss Wittringen in Gladbeck erhalten Heiratswillige Tipps.

Gladbeck.. Mit den Planerinnen Jeanette Wessel (Büroassistentin Wittringen) und Linda Schmitt (Betriebsassistentin Wittringen) sprach Gerhard Römhild über getrennte Moden-Anproben, die Currywurst zur Mitternacht und eine verrückte Ponyfahrt durch den Schlosspark.

Zum dritten Mal Hochzeitsinformationstage, eine Erfolgsgeschichte?

Wessel: Wir hoffen darauf, es soll eine feste Einrichtung werden. Waren beim ersten Mal 17 Aussteller dabei und rund 100 Gäste, so sind mittlerweile 24 Aussteller präsent. Wir rechnen an beiden Tagen mit mehr als 300 Besuchern. Der Erfolg liegt sicherlich an unserem Konzept Wir wollen einen Rundumservice bieten, aus jeder Branche gibt es nur einen Anbieter, da ist ein guter Kontakt sichergestellt.

Schmitt: Mussten wir beim ersten Mal noch die Aussteller im Vorfeld ansprechen, so werden wir mittlerweile kontaktiert. Die Aussteller kommen auf uns zu.

Wer hatte die Idee?

Wessel: Wir beide. Inhaber Peter Neumann war zunächst skeptisch, aber dann sagte er: Macht mal. Und siehe, es hat geklappt.

Wie ist das Interesse rund ums Thema „Ja zum Bund fürs Leben“?

Wessel: Die Resonanz ist durchweg positiv. Gerade die Aussteller aus Gladbeck sind froh, dass sich etwas tut. Zudem kommt auf diese Weise junges Publikum ins Schloss. Aus Hochzeiten können sich Taufen, Kommunion und Konfirmation ergeben. Zudem haben wir Fragebögen an die Besucher verteilt. Auch hier war die Resonanz positiv und es gibt Anregungen der Gäste.

Sie setzen erneut auch auf heimische Aussteller?

Schmitt: Klar, mit dabei sind Juwelier Hahne, Top Hair Brosberg und Krischel, meine Traumhochzeit-TV Kuhn und erstmals auch die Kirchen wie die Pfarrei St. Lamberti, die im Rahmen der Ökumene mit den Protestanten vor Ort ist. Wessel: Einige Auswärtige kommen zudem auf Empfehlung. Die nehmen auch an großen Messen teil wie beispielsweise der Feuerwerker oder die mobile Mobydisko. Mit denen habe ich seit 20 Jahren, schon zu meinen Zeiten auf Schloss Berge, immer beste Erfahrungen gemacht. Das ist eine echte Bereicherung.

Warum soll es gerade die Schloss-Location Wittringen sein?

Schmitt: Das Ambiente stimmt, und die Lage zwischen Bottrop und Gelsenkirchen ist optimal. Im Gespräch mit Besuchern waren wir übrigens erstaunt, dass viele das Schloss zuvor noch nie besucht hatten.

Welche Räume werden am Informationstag genutzt?

Der große Gildensaal, da passen bis zu 200 Gäste hinein. Im Kaminzimmer finden die Aussteller Platz, die einen Zugang zum Innenhof benötigen, weil sie ihre Limousinen und Kutschen präsentieren. So ist ein direkter Zugang möglich.

Was sind denn die aktuellen Trends für den schönsten Tag im Leben?

Wessel: „Nun, es soll außergewöhnlich sein, aber die Tradition soll bleiben. Dazu gesellt sich dann gerne ein Highlight. Beim Essen ist die Torte nicht weg zu denken und die Currywurst zur Mitternacht ist längst normal. Gerne wird auch zur Motto-Hochzeit gegriffen. Frosch heiratet Fee oder Las Vegas gehen gut. Manche Leute trauen sich da immer mehr. Besonders kreativ sind übrigens die gleichgeschlechtlichen Hochzeiten. Da wird viel Wert aufs Outfit gelegt. Es gibt kleine Gastgeschenke, alles ist geschmackvoll und hat Stil. Nichts ist übertrieben und kitschig. Zudem ist alles vorher genau besprochen.

Schmitt: Da geht ein roter Faden durch, die lassen sich in ihre Planung nicht reinreden.

Wie viel Zeit sollte ich für die Informationstage mitbringen?

Wessel: Das kommt immer auf die Person an. Man kann sich in einer halben Stunde umschauen oder sitzt anderthalb Stunden in der Beratung. Das Internet ist ja toll mit seinem Riesenangebot, aber bei uns gibt es den direkten, persönlichen Kontakt.

Was macht eigentlich der Zukünftige beim Brautkleid-Kauf?

Kleider machen Bräute, wie finde ich mein Traumkleid?

Wessel: Nun, da werden wohl mehrere Geschäfte angefahren. Der Service ist hier das A und O. Als Kunde muss ich da das Gefühl bekommen, dass ich ernst genommen werde. Eigentlich sind beim Kleid nur zwei Varianten möglich: Entweder das erste ist es, oder man muss richtig suchen.

Sollte der zukünftige Ehemann beim Anprobieren oder beim Kauf dabei sein?

Wessel: Er wird verbannt. Schließlich gibt es den Aberglauben, dass der Bräutigam das Kleid nicht sehen darf. Deshalb haben wir im Schloss auch den Herrenausstatter von den Brautmoden getrennt.

Muss es immer der Traum in Weiß sein?

Wessel: Überwiegend ist es so, aber es muss nicht sein. Der Trend geht zu dezenten, aber auch Doppelfarben. Doch der Klassiker bleibt weiterhin Weiß.

Wohin mit dem teuren Kleid nach der Hochzeit?

Wessel: Ach, da machen sich die meisten keine Gedanken drum. Viele heben es auf, es ist eben der Kleinmädchen-Traum. Doch wenn etwas Dramatisches passiert ist, dann heißt es schon mal: weg damit. Eine Freundin hat übrigens das Taufkleid für den Sohn aus ihrem Brautkleid anfertigen lassen.

Wie vermeide ich mögliche Pannen am Tag der Hochzeit?

Wessel: Einfach Vertrauen zum Veranstalter haben. Der versucht, Wünsche und Ideen zu realisieren. Die Planung ist natürlich wichtig, aber ist es zu minutiös, dann geht es in die Hose. Man sollte versuchen, an so einem Tag locker zu bleiben. Ich weiß aber, dass das sehr schwer ist.

Ist die Kutsche eigentlich noch das beliebteste Hochzeitsmobil?

Nein, mittlerweile sind es Limousinen. Verrücktes wie ein gelber Hummer oder ein Oldtimer – das wird am häufigsten genommen. Die Anfahrtswege sind heute weiter und es gibt das Problem mit dem Wetter. Ziemlich schrill war übrigens im letzten Jahr die Sache mit dem Bollerwagen und dem davor gespannten Pony. Damit musste die Braut eine Runde durch den Park drehen. Das war schon sehr verrückt.

Heiratsboom in Gladbeck

Zum dritten Mal finden im Wasserschloss Wittringen am Samstag, 24. Januar, und am Sonntag, 25. Januar, die Hochzeitsinformationstage statt. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr (Samstag) und von 11 bis 17 Uhr (Sonntag) können sich Interessierte rund ums Thema Heiraten informieren.

Diverse Aussteller geben Tipps u. a. zu Brautmoden, Blumenschmuck, Frisuren, Dekoration, Einladungskarten Kosmetik, Torten, Menüs, mobile DJs, Trauringe, Stuhlhussen-Verleih, personalisierte Gastgeschenke, Tanzschulen, Sänger, Foto-, und Limousinenservice sowie Hochzeitstauben, Feuerwerk und Kirchen. Der Eintritt zum prallen Infoangebot beträgt 4 Euro.

Januar ist quasi ausgebucht

In Gladbeck hält der Heiratsboom weiter an, berichtet das Standesamt auf Nachfrage. So gab es 2014 wieder mehr Eheschließungen als im Vorjahr. 314 Paare gaben sich 2014 das Ja-Wort, darunter allerdings auch viele Heiratswillige aus umliegenden Städten, sagt Abteilungsleiterin Andrea Rohmert. Besonders beliebt bleibt weiterhin das Wasserschloss Wittringen. Es ist eigentlich immer belegt, selbst in der kalten Jahreszeit. Rohmert: „Sonst ist im Januar nix los, jetzt sind wir quasi ausgebucht. Allein an diesem Samstag finden dort vier Trauungen statt.“ Ebenfalls schwer beliebt bei Heiratswilligen ist das renovierte Trauzimmer im Alten Rathaus, ein Ort, der seit Januar 2009 von der Stadt angeboten wird.