Gladbecker Helfer wissen - Menschen haben Schlimmes erlebt

Das Team der Flüchtlingshilfe, die von der evangelischen Kirche in Gladbeck organisiert wird.
Das Team der Flüchtlingshilfe, die von der evangelischen Kirche in Gladbeck organisiert wird.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Flüchtlingshilfe der evangelischen Kirche kennt viele schlimme Schicksale. Die Ehrenamtlichen helfen auf ganz unterschiedliche Weise.

Gladbeck..  Flüchtlingslawine, Migrantenwelle – menschenverachtend finden die Mitglieder der Flüchtlingsarbeit der evangelischen Kirche solche Vergleiche mit Naturkatastrophen. Sie wissen aus den vielen persönlichen Begegnungen, dass alle, die ihre Heimat verlassen, um in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen, Schreckliches erlebt haben – auch wenn finanzielle Not der Fluchtgrund ist.

1992, als besonders viele Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien flohen, gründete sich der Flüchtlingsarbeitskreis. Heute zählt er ca. 40 Mitglieder. Die meisten von ihnen unterstützen die Arbeit finanziell, etwa 15 packen ganz konkret mit an.

So wie Rita Kirchmair, die schon in den 90er Jahren mit dabei war und sich jetzt um eine vierköpfige Familie aus dem Iran kümmert, die seit vier Jahren in Gladbeck lebt. Diese Menschen haben das Asylverfahren erfolgreich hinter sich gebracht. Das sind dann die freudigen Momente auch für die Helfer.

Uwe Hildebrandt dagegen wird bald wieder Abschied nehmen müssen von zwei jungen Männern aus dem Kosovo – ein Schicksal, das ihn besonders bewegt. Als kleine Jungen hat er sie in den 90er Jahren kennengelernt. 2000 wurde die fünfköpfige Familie abgeschoben. Aus religiösen Gründen und aus wirtschaftlicher Not sind die Männer – einer mit seiner hochschwangeren Frau und einem kleinen Kind – „nach einer entsetzlichen Flucht“ jetzt wieder in Gladbeck gelandet. Hildebrandt weiß, dass der Flüchtlingsarbeitskreis ihnen wohl nicht wird helfen können. Das sind die bitteren Momente.

Die Ehrenamtlichen übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup und Monika Claus beispielsweise begleiten die Flüchtlinge vor allem während der Asylverfahren, kämpfen mit Hilfe von Anwälten und Gutachtern dafür, dass diese Menschen bleiben können. Manche Helfer haben gezielt einen oder mehrere Flüchtlinge unter ihre Fittiche genommen, besorgen ihnen Möbel und Hausrat, helfen ihnen bei amtlichen Schreiben, begleiten sie zu Behörden oder kümmern sich um die Kinder. Andere sind zur Stelle, wenn es um praktische Arbeiten in der Wohnung geht, wieder andere erteilen Deutschunterricht oder organisieren Veranstaltungen . . .

Ahmet Maula flüchtete 1990 mit Frau und Kindern aus dem Libanon. Dem Flüchtlingsarbeitskreis der evangelischen Kirche verdankt er, dass die Familie 1997 nicht abgeschoben wurde, sondern sich in Gladbeck ein erfolgreiches neues Leben aufbauen konnte. Seine aktive Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe ist sein Dank.