Gladbecker Heinrich Sump klagt gegen Windrad in seiner Nähe

Windrad-Standort und Gebäude in der Umgebung.
Windrad-Standort und Gebäude in der Umgebung.
Foto: WNM
Was wir bereits wissen
Erbauer SL-Naturenergie bleibt gelassen. Die Bauarbeiten werden heute fortgesetzt. Ein Nachbar verweigert Nutzung seines Grunds für die Tieflader.

Gladbeck.. Mit großem Argwohn haben Rentforter Bürger die Pläne für den Bau des Windrads im Landschaftsschutzgebiet von Beginn an verfolgt. Sie fürchten Lärm- und Sicht-Belästigungen, Naturschützer sorgen sich u. a. um Kiebitze und Wanderfalken. Genehmigt wurde die Anlage vom Kreis jedoch. Jetzt greifen Anwohner zu einem letzten Mittel und gehen juristisch dagegen vor.

Heinrich Sump hat Klage beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den Bau der Anlage zwischen Holtkampstraße und Wiesenbusch, die von der Gladbecker Firma SL-Naturenergie gebaut und betrieben wird, eingereicht. Sein Hauptargument: Die Abstände zu seinem Haus an der Holtkampstraße werden nicht eingehalten.

Statt der 450 Meter - bei einer Windradhöhe von 150 Metern wäre der dreifache Abstand zu Gebäuden die Regel – messe die Entfernung nur 330 Meter.

Den Bau der Anlage, mit dem im Dezember begonnen wurde, wird aber auch die Klage so wenig verhindern wie die zuvor fristgerecht eingereichten Widersprüche von Anwohnern und Naturschützern gegen die erteilte Genehmigung.

Diese haben zwar üblicherweise eine aufschiebende Wirkung, doch dagegen hatte SL Naturenergie wiederum einen Antrag auf sofortige Vollziehung beim Kreis eingereicht, dem stattgegeben wurde. U. a., so die Begründung des Kreises, wegen wirtschaftlicher Nachteile, die der Firma durch einen Stopp des Verfahrens entstehen könnten.

Klage hat keine aufschiebende Wirkung

Auch die Klage hat keine aufschiebende Wirkung. Wenn über sie entschieden ist, was erst 2016 sein kann, werden sich die Rotoren des Windrads längst drehen. Die Inbetriebnahme ist für Mai geplant. SL-Naturenergie sieht dem Entscheid gelassen entgegen. „Wir haben alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten“, sagt Pressesprecherin Sabine Reusch.

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Das sieht die Nachbarschaft anders. „Dies ist eins der wenigen Naturgebiete in der Stadt, das sollte man in Ruhe lassen“, so eine Anwohnerin. Sie fürchten nicht nur Beeinträchtigungen durch das Rauschen der Rotorblätter, sondern fühlen sich darüber hinaus auch hinters Licht geführt: Im Vorfeld war eine Nachtabschaltung der Anlage in Aussicht gestellt worden, im Nachhinein wird diese mit der Begründung relativiert, dass erwartete Gutachten über die Lärmbelästigung für diesen neuen Windradtyp Enercon E 92 ein positives Ergebnis bringen würden, die einen Nachtbetrieb ermöglichen. Das bestätigt Sabine Reusch: „Alles andere wäre ja unwirtschaftlich“.

Anwohner lässt Firma sein Grundstück nicht nutzen

Ein Problem allerdings hat die Firma noch nicht lösen können: Anwohner Hugo Eikemper am Anfang der Holtkampstraße verweigert bislang standhaft die Nutzung seines Grundstücks neben der 2,50 Meter breiten Straße für den Transport der mächtigen Bauteile, die per Tieflader angefahren werden. Selbst ein finanzielles Angebot konnte ihn nicht umstimmen.