Gladbecker gestalten ihr Alter aktiv

Welche Angebote es in Gladbeck für Senioren gibt, erfuhren die Besucher der Infobörse in der Stadthalle.
Welche Angebote es in Gladbeck für Senioren gibt, erfuhren die Besucher der Infobörse in der Stadthalle.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Infobörse „Älter werden in Gladbeck“ stellten sich in der Stadthalle Vereine, Verbände und kommerzielle Anbieter mit ihren Programmen vor.

Gladbeck..  Gertrud Graap ist gewappnet für einen langen Vormittag in der Stadthalle. „Älter werden in Gladbeck“ ist das Thema der Infobörse, und damit kennt sich die 81-Jährige ziemlich gut aus. Trotzdem ist sie regelmäßig zu Besuch auf der Messe. Ein bisschen plaudern, Bekannte treffen, Neues kennenlernen. Und die Erbsensuppe des Deutschen Roten Kreuzes duftet den Besuchern schon vor der Stadthalle entgegen. Die Hungrigen genießen die Mittagssonne.

Gertrud Graap trägt ein Band vom Roten Kreuz ums Handgelenk, mit einem großen roten Knopf. Wenn sie den drückt, rückt Hilfe an. „Ich bin schon öfter gestürzt“, sagt sie, froh über die jungen Männer, die dann gekommen sind, um ihr auf die Beine zu helfen.

Stefan Walter ist Bereichsleiter der Sozialen Dienste beim DRK, die neben dem Hausnotruf zum Beispiel einen Fahrdienst anbieten. Gerade im Bereich der Mobilität gebe es zurzeit viele Fragen, „besonders seit E-Mobile nicht mehr im Bus mitfahren dürfen“. Aber nicht nur die klassischen Angebote werden nachgefragt. „Sie glauben gar nicht, wie viele Senioren mit Smartphones unterwegs sind.“ Für diese modernen Alten gibt es nun in Gladbeck auch eine App, mit der sie im Notfall Hilfe rufen können.

Viele Fragen an den Hospizverein Gladbeck

Frau Graap ist derweil am Stand des Hospizvereins angekommen. Dorothee Schwers aus dem Vereinsvorstand ist begeistert von der Resonanz. Früher, sagt sie, hätten die Besucher einen großen Bogen um den Stand des Vereins gemacht. Das hat sich grundlegend geändert, heute informieren sich Senioren ganz selbstverständlich auch über das Thema Sterben.

Weiter geht es. Das Angebot in der großen Halle reicht von der Vermögensverwaltung bis hin zu sportlichen Aktivitäten. Bei der Diakonie hat die Seniorenhilfe ein Erzähltheater aufgebaut. Eine Zeitreise in die Jugendtage vieler älterer Besucher. Kindliche Freude soll der Griff in einer der Süßigkeiten-gläser erzeugen, „besonders beliebt sind die Lakritzschnecken“, sagt Martina Kismacher. „Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen“, erklärt sie. Und das gelinge gut. In alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen erkennen sich viele Besucher wieder, der alte Kinderwagen aus den 1950er Jahren weckt Erinnerungen und regt zum Geschichtenerzählen an.

Ines Grewer vom städtischen Seniorenbüro ist zufrieden mit der Resonanz. 300 bis 400 Besucher werden an diesem Tag durch die Stadthalle ziehen, von Stand zu Stand der 39 Aussteller, Informationsbroschüren sammeln und natürlich viele Geschenke mitnehmen. Schlüsselbänder vom KKEL, Tassen und Feuerzeuge vom Pflegedienst, Kugelschreiber – die kann man ja immer gebrauchen.