Gladbecker Feuerwehrchef ist ein „Eigengewächs“

Der neue Chef der Gladbecker Feuerwehr: Brandrat Thorsten Koryttko (46).
Der neue Chef der Gladbecker Feuerwehr: Brandrat Thorsten Koryttko (46).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Brandrat Thorsten Koryttko wechselte als Brandmeister 1999 nach Gladbeck und durchlief alle Verantwortungsebenen bis an die Spitze der Blauröcke.

Gladbeck..  Nach etwa einjähriger Vorbereitungszeit und einstimmiger Wahl durch den Rat der Stadt, hat Brandrat Thorsten Koryttko am 1. Juli sein neues Amt als Leiter der Gladbecker Feuerwehr angetreten. Die WAZ sprach mit dem neuen Chef der 80 hauptamtlichen und 140 ehrenamtlichen Feuerwehrleute.

Neu, stimmt ja nicht ganz. Man kann Sie ja durchaus als Eigengewächs der Gladbecker Wehr bezeichnen, in die Sie 1999 als Brandmeister eintraten. Ein Vorteil?

Aus meiner Sicht ja. Denn ich bin mit meinen Aufgaben stetig gewachsen und habe dabei neue Verantwortungsbereiche vom Gruppenführer über den Zugführer, Verbandsführer oder Sachgebietsleiter Aus- und Fortbildung übernommen. Dadurch kenne ich die Strukturen der Gladbecker Feuerwehr durch und durch, was mir den Einstieg als neuer Leiter sicherlich erleichtert.

Für den Weg zuvor gilt das ja nicht. Sie mussten sich einem umfangreichen Bewerbungsverfahren stellen und hatten Konkurrenten aus den eigenen Reihen.

Das ist richtig. Wobei untereinander fairer Sportsgeist herrschte, so dass wir nach wie vor ein gutes Verhältnis haben. Im Verfahren selbst mussten schriftliche Fragen beantwortet oder themenbezogene Arbeiten geschrieben und vorgestellt werden. Zudem war ein fiktiver Großeinsatz, ein Flugzeugabsturz über Gladbeck, am Städtemodell zu leiten und zu demonstrieren, wie ich die Lage bewerte, mit welcher Strategie ich vorgehe und welche Kräfte wo einsetze.

Wobei Sie überzeugen konnten?

Offenbar. Wobei sich nach der ganzen vorherigen Anstrengung, als ich dann die Nachricht bekam, jetzt nicht sofort die totale Euphorie einstellte - da ja noch ein weiterer Weg vor mir lag ...

Sie sprechen ihren einjährigen Lehrgang für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst an, den sie als erster Gladbecker ‘Florian’ absolvierten?

Ja. Das hat mir auch persönlich sehr viel gebracht. Neben den fachlichen Aspekten besonders das Netzwerk, das ich dabei mit Lehrgangkollegen deutschlandweit knüpfen konnte. So dass ich jetzt auch mal bei der größten Feuerwehr Deutschlands in Berlin anrufe, um über diese oder jene Herausforderung zu diskutieren ...

Ein wichtiger Blick über den ‘Tellerrand’. Welche Eigenschaften sollten Sie als Chef denn noch haben?

Im Einsatz immer genau zu wissen, was ich meinen Leuten zumuten kann. Zudem gelten die Eigenschaften, die für jeden Feuerwehrmann gelten wie Teamfähigkeit, oder belastbar und flexibel zu sein. Natürlich muss ich auch die Zukunft der Wehr im Blick haben, sie technisch auf hohem Ausrüstungsstandard halten und personell dafür sorgen, das gute Leute gefördert werden und zu Führungskräften nachwachsen.

Haben Sie schon Pläne, um die Gladbecker Wehr mit ‘eigener Handschrift’ zu prägen?

Ich bin ja schon ein paar Jahre in Leitungsfunktion mit dabei. Wir sind personell und technisch gut aufgestellt, haben moderne Einsatzmittel zur Brandbekämpfung wie das Hochdrucksystem Cobra, so dass jetzt nicht alles umgekrempelt werden muss. Natürlich werden meine Vorstellungen einfließen, aber es gibt ja zunächst auch laufende Aufgaben, wie den Aufbau des neuen digitalen Alarmsirenensytems in Gladbeck.

Über ihrem Kopf hängt der Spruch „das Glück kommt zu denen, die lachen“ - ein Lebensmotto?

Den Spruch hat mir mein heute 19-jähriger Sohn Marvin geschenkt, als er noch klein war. Und positiv durchs Leben zu gehen, das ist doch eine gute Lebenseinstellung.