Gladbecker Familie bietet Belohnung für Einbruch-Hinweise

Gut sichtbar hängt das Hinweisschild an einem Baum vor dem Haus der Familie.
Gut sichtbar hängt das Hinweisschild an einem Baum vor dem Haus der Familie.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Unbekannte brachen ins Haus ein, stahlen wertvollen Schmuck. Familienhund kam mit dem Schrecken davon. Polizei meint: Da waren Profis am Werk.

Gladbeck.. „Einbruch: 500 Euro Belohnung für Hinweise, die zur Klärung führen.“ So steht es auf einem Pappschild, das an einem Baum vor dem Haus Schultenstraße 11 hängt. Man ahnt, was passiert ist: Bei Familie Bücher wurde eingebrochen. „Das war am Samstagabend. Als wir um Mitternacht zurückkamen, merkten wir schon, dass etwas nicht stimmte. Im Flur waren Schubladen aufgezogen, der Hund kam nicht wie sonst zur Begrüßung“, berichtet Frank Bücher.

Geringe Aufklärungsquote

Dass die Diebe nichts verwüstet haben und der Dackel-Mischling zwar verstört wirkte, aber unbeschadet geblieben ist, war bei allem Schrecken noch eine gute Nachricht für die Familie. Was jedoch besonders schmerzt: Der gestohlene Schmuck ist nicht nur wertvoll, sondern es sind Erbstücke darunter, mit denen viele Erinnerungen verbunden sind. An die Großmutter, die den Granatschmuck immer zu besonderen Gelegenheiten trug. An die Konfirmation, bei der Frauke Bücher den Ring bekam und ihn seitdem in Ehren gehalten hat.

"Vielleicht hat jemand in der Umgebung etwas bemerkt"

„Das alles ist jetzt einfach weg“, stellt Frank Bücher fest. Weil die geringe Aufklärungsquote bei Einbrüchen bekannt ist – 2014 lag sie in Gladbeck bei 5 Prozent – entschied er sich für den ungewöhnlichen Hilferuf und die in Aussicht gestellte Belohnung. „Vielleicht hat jemand in der Umgebung etwas bemerkt, ein fremdes Auto gesehen, sich ein Kennzeichen gemerkt, oder weiß etwas über Täter und Diebesgut“, hofft er. Der Zeitpunkt des Einbruchs müsse zwischen 22 und 24 Uhr gewesen sein. Den Hund haben Nachbarn gegen 23 Uhr bellen gehört, sich aber nichts dabei gedacht.

Related content

„Womöglich waren die Diebe sogar noch im Haus, als wir zurückkamen und sind durch die Terrassentür geflüchtet“, sagt Bücher. Denn als seine Frau beim Betreten des Hauses den Einbruch bemerkte, sei sie zunächst wieder ’raus gelaufen, um ihren Mann zu informieren. Das gab den Dieben Zeit.

"Das waren Profis"

„Das waren Profis“, stellte die Polizei schnell fest. Die Terrassentür war aufgehebelt worden, dabei trugen die Täter offensichtlich Handschuhe. Und sie sind gezielt vorgegangen, haben nach Wertgegenständen gesucht. Den Modeschmuck ließen sie liegen. „Der Klassiker“ urteilt Polizeipressesprecherin Ramona Hörst. Die Aktion des Geschädigten findet sie zwar außergewöhnlich, aber „alles, was uns bei den Ermittlungen hilft, nehmen wir gern an“.