Gladbecker Engelbert Rasch (75) liebt historische Motorräder

Engelbert Rasch  (75) ist das älteste Mitglied der Motorrad-Veteranen.
Engelbert Rasch (75) ist das älteste Mitglied der Motorrad-Veteranen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Gladbecker Engelbert Rasch ist mit 75 Jahren das älteste Mitglied der Motorrad-Veteranen Kirchhellen. Der Gladbecker ist bekennender Harley-Fan.

Gladbeck.. Der Mann sieht blendend aus, was sicherlich daran liegt, dass er sich äußerst gerne den Fahrtwind um die Nase wehen lässt. Seit Jahrzehnten fließt in seinen Adern Benzin. Das muss einfach so sein, denn Engelbert Rasch von der Möllerstraße ist ein begeisterter Motorrad-, Moped- und Rollerfahrer. „Das war immer schon so und wird auch immer so bleiben“, sagt der 75-jährige Gladbecker, der gerade erst aus Anlass seines Geburtstags als ältestes Mitglied von seinem Verein, dem Veteranen-Club Kirchhellen, ausgezeichnet wurde.

Engelbert – was für ein seltener und schöner Name. „Ja“, schmunzelt der bekennende Harley-Davidson-Fan, „es gibt noch einen weiteren Engelbert in der Stadt. Aber den kenne ich nicht, obwohl Bekannte mir sagten, dass er genauso aussehen soll wie ich.“ Dem einzig wahren Engelbert ist das auch egal, denn fürs Gesichtersuchen hat er keine Zeit, ist er doch in seiner Freizeit immer mit dem Bock unterwegs – oder noch wichtiger: Er schraubt an Maschinen, alten Maschinen selbstverständlich.

20 Jahre ist es her, dass ein damaliger Arbeitskollege den gelernten Maschinenschlosser auf der gemeinsamen Arbeitsstätte, dem Faserwerk Hüls in Bottrop, auf den Veteranen-Club aufmerksam machte. „Der hat mir regelrecht davon vorgeschwärmt.“ Von Klassik-Motorrädern war Rasch da längst infiziert. „Eine Adler 1954 mit 9,5 PS war meine erste historische Maschine.“

Die marode Maschine holte er aus Haltern, Ersatzteile besorgte er sich beim Marler Biker-Treff Mutter Vogel und bei Karl am Kanal in Gelsenkirchen-Horst. „Ein halbes Jahr dauerte das Zusammensuchen der Teile und das Restaurieren. Dann strahlte die Adler in altem Glanz.“

Das Schrauben wurde Rasch quasi in die Wiege gelegt. Schon als Kind baute er aus einem Modellbaukasten Trecker, Autos und Motorräder. „Da habe ich meine Liebe zum Restaurieren entwickelt.“ Jede Menge Zeit muss man dafür mitbringen, denn von jetzt auf gleich geht gar nichts. „Das dauert eben, aber ich bin immer ganz ruhig dabei geblieben.“ Genauso wie Gattin Rosemarie (72). Die schraubte zwar nicht mit, aber saß und sitzt gerne als Sozia auf dem Bock.

Spezialisiert hat sich Rasch auf BMW-Maschinen. Eine 25/3 von 1955 war dabei genauso wie sein Lieblingsteil, eine R 69 S von 1960. „Die war in den 60er Jahren ein Polizeifahrzeugen, hat mit ihren 45 PS die Autos gejagt.“ Als er sie dann verkaufte, „hatte ich Tränen in den Augen“. Mittlerweile setzt Rasch auf edle Harley-Davidson-Maschinen. 1991 holte der USA-Fan eine Heritage Soft Tail mit 1400 cbm und 60 PS über den großen Teich. Er würde sie heute noch fahren, wenn nicht zum 100-jährigen Harley-Bestehen die „Fat Boy“ mit 1450 cbm und 65 PS herausgekommen wäre. Rasch schlug zu und ist dauerbegeistert. „Da machen meine Frau und ich noch heute schöne Touren mit.“

Ohne Zeitdruck und immer mit viel Spaß ist Rasch auch mit seinem Club unterwegs. „Wir sind 15 Mann, alles Freunde. Es wird gefachsimpelt und einer hilft dem anderen.“ Eigentlich dürfen auf den Touren und Rallyes nur Maschinen mitfahren, die älter als Baujahr 1960 sind. Doch das klappt bei Rasch gesundheitlich nicht mehr. „Mit dem Antreten habe ich Probleme.“ Deshalb darf der Gladbecker auch mit der Harley oder seinem Aprilia-Roller mit auf Tour gehen. „Die Kollegen machen bei mir eine Ausnahme, weil ich der Älteste bin.“

Und wenn auch die Aprilia- oder Harley-Touren nicht mehr klappen sollten? „Dann sitze ich eben beim Kollegen im Beiwagen, denn die Mitgliedschaft im Veteranen-Club ist eine fürs Leben.“