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Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen

26.06.2012 | 18:09 Uhr
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Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen
Alle Wohnungen stehen schon seit Jahren leer. Nur in im Haus Uhlandstraße 17 wohnen noch zwei Brüder. Foto: Thomas Gödde

Gladbeck.   Sie müssen sich wohl damit abfinden: Karl und Helmut Reinisch, die Brüder, die als letzte Mieter in einem der vier alten Zechenhäuser an der oberen Uhlandstraße leben, haben keine realistische Chance mehr, dort zu bleiben. Das mussten sie am Dienstag bei einem Gütetermin vor dem Amtsgericht einsehen.

Wie berichtet, wehren sich die 58 und 62 Jahre alten Männer mit allen Mitteln dagegen, die Wohnung, in der schon ihre Großeltern lebten und sie selber groß geworden sind, zu verlassen. Die Deutsche Annington als Eigentümerin hatte das Mietverhältnis gekündigt, weil sie das 4700 qm große Grundstück zwischen Goethestraße und Horster Straße der Stadt Gladbeck verkauft hat. Der Vertrag wird allerdings erst wirksam, wenn alle Wohnungen frei sind. Weil Helmut und Karl Reinisch das Haus nicht freiwillig verließen, reichte Annington Räumungsklage ein.

In der Güteverhandlung machte Amtsrichterin Dr. Rieks den Brüdern gestern gleich zu Beginn unmissverständlich klar, dass sie ihnen wenig Chancen einräume, „obwohl ich sehr gut verstehe, dass die Wohnung Ihnen am Herzen liegt“. Ein Umzug sei zumutbar. Rieks: „Sie sind schließlich noch relativ jung. Wenn sie 85 oder 90 und krank wären, sähe die Sache vielleicht anders aus.“

Eine Mietwohnung kommt nicht in Betracht

Rechtsanwalt Gerd Dorka argumentierte, das Grundstück sei für die Stadt in erster Linie im Zusammenhang mit dem Ausbau der B 224 zur A 52 von großem Interesse gewesen. Nach dem Ratsbürgerentscheid gegen den Autobahnausbau gebe es keine Planungen für das Areal, und Geld für eine Folgenutzung habe die öffentliche Hand ohnehin nicht. Ein Privatinvestor sei auch nicht in Sicht. Dorka: „Außer einem Abriss der Häuser ist da in den nächsten Jahren nichts möglich.“ Auch sei bei der Frage der Zumutbarkeit eines Umzugs nicht allein das Alter der Mieter entscheidend. Dorka: „Die Brüder Reinisch sind mit diesem Haus verwurzelt. Sie können dort schalten und walten, wie sie wollen und haben einen eigenwilligen Lebensstil entwickelt. Eine Mietwohnung irgendwo in der dritten Etage eines Mehrfamilienhauses kommt für sie nicht in Betracht. Da könnten Sie sie lieber ins Gefängnis stecken.“

Rechtsanwalt Sebastian Raape konterte, Annington habe den Brüdern neun Wohnungen angeboten, alle ein bis zwei Kilometer Luftlinie von ihrem jetzigen Wohnort entfernt und alle in der Parterre. Das Wohnungsunternehmen habe zudem Umzugshilfen zugesagt. Annington sei auch jetzt noch bereit, den Brüdern Alternativwohnungen anzubieten. Allerdings: „Wenn sie erwarten, dass sie auch in Zukunft allein in einem Haus wohnen, dann brauchen wir nicht weiter zu reden.“

Chance auf gütliche Einigung besteht noch

Eine Erdgeschosswohnung mit Garten sei wichtig, die Qualität nicht entscheidend, sagte Rechtsanwalt Dorka nach einer Beratung mit seinen Mandanten. Wenn Annington ein solches Angebot machen könne, sei eine gütliche Einigung nicht ausgeschlossen.

Dafür haben die Parteien jetzt zwei Monate Zeit. Wenn es nicht klappt, will Richterin Dr. Rieks dann ein Urteil verkünden – und das fällt wohl nicht zugunsten der Brüder aus. Das haben die jetzt wohl verstanden, denn so zuversichtlich sie den Gerichtssaal betreten hatten, so zerknirscht sahen sie am Ende aus.

Elke Hautmann

Kommentare
28.06.2012
17:42
Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen
von digedag999 | #3

"knete im sack" - so ein unsinn.
ist es ungerecht, für seine arbeit geld zu bekommen, so wie Sie?
wenn es um ihr recht geht, würden sie eine gerichtliche geltendmachung doch wohl auch nicht als von vorneherein unnötig empfunden haben? vor gericht und auf see sind wir bekanntlich in gottes hand:-?

27.06.2012
12:40
Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen
von RolfSchlaegel | #2

Das hätte man alles auch viel früher haben können. Dann wäre der Schandfleck längst verschwunden. Aber die selbst ernannten Stadtbildpfleger sind ja glücklich, wenn es irgendwo in unserer Stadt so richtig mistig aussieht. Man sicht sich dazu ja nur die "Projekte" des Herrn Alfred L. ansehen!!!

Aber wie die Vorredner schon richtig sagen: Hauptsache, der DKP-Fürst hat seine Kohle im Sack!

26.06.2012
19:08
Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen
von ichliebekoenigsblau | #1

tja,
Herr Dorka hat seine Knete im Sack ,

den ( unnötigen ) Prozeß so gut wie verloren !

und am Ende sind die Beiden, mit Umzugshilfe sogar, doch bestens dran !

dassss bekommt nicht jeder geboten !

1 Antwort
Gladbecker Brüder müssen aus altem Zechenhaus ausziehen
von KAIL | #1-1

aber davon lebt der Hobbyflieger sehr gut.lebenslanges Wohnrecht gibt es garnicht.

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