Gladbeck liebt seit 1978 das Volksradfahren für jedermann

Massenhaft lockt das Volksradfahren in Gladbeck Jahr für Jahr die Menschen auf den Drahtesel.
Massenhaft lockt das Volksradfahren in Gladbeck Jahr für Jahr die Menschen auf den Drahtesel.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das Zweirad-Event lockt seit bald vier Jahrzehnten Groß und Klein massenhaft auf den Drahtesel. Teilnehmer legen ein klares Bekenntnis zum Rad ab.

Gladbeck..  Als andernorts noch Vorfahrt für freie Bürger in ihren Stahlkarossen gepredigt wurde, redete man in Gladbeck bereits dem Drahtesel das Wort – und startete eine wahre Volksbewegung: Massenhaft drängten und drängen sich seit Jahrzehnten Gladbecker und Freunde aus der Nachbarschaft beim Volksradfahren auf zwei Rädern durch Stadt und Land – eine Erfolgsgeschichte seit 1978!

Zehntausende Teilnehmer zählten die Veranstalter, Sparkasse und WAZ Gladbeck, bei den bisherigen 37 Durchführungen des Volksradfahrens, das in diesem Jahr allerdings aus organisatorischen Gründen ausfiel. Menschen jeden Alters, ob klein oder groß, jung oder alt treten regelmäßig und eigenfüßig in die Pedalen, sogar schon ein 100-Jähriger war dabei! Im Schnitt lassen sich rund zweitausend Menschen das Event nicht entgehen und wagen sich auf Rundstrecken, die bis zu 40 Kilometer lang sind.

Ehrungen gab es immer zahlreiche: Natürlich erhält der Erste oder Schnellste einen Preis, lange Jahre wurden aber auch der jüngste und älteste Teilnehmer ausgezeichnet, auch die größte und spektakulärste Gruppe bekamen Anerkennungen der Organisatoren.

Legendär ist die Appelkornstation, die es anfangs jahrelang am nördlichsten Wendepunkt gegeben hat. Älteren Teilnehmern ist sicher auch noch in Erinnerung, dass unterwegs an Kontrollstationen die Teilnahmekarten abgestempelt werden mussten. Schließlich bekam man die Volksradfahr-Medaille nicht dafür, Abkürzungen gefunden zu haben! Die Touren führten – natürlich – hauptsächlich ins Grüne, Sehenswertes aus der Nachbarschaft, die Schönheit der Natur und unbekannte Flecken und Winkel sollten und sollen die Radler erleben oder wiederentdecken.

Anfangs plante der unvergessene Heinz Kleine Gung präzise und mit großer Kenntnis die Touren, vorrangig auf Wegen, die für Autos tabu waren, selten und nur notgedrungen über ein Stück Straße. Horst Killmann, der Radsportler, war der zweite Tourspezialist, der ebenso wie Naturliebhaber Karl Heinz Ochlast, der nach ihm die Strecken aussuchte, engagiert zur Sache ging. Ziel war es immer, die Menschen zu bewegen, indem man sie aufs Rad lockte, ihnen Natur und Radstrecken so schmackhaft machte, dass sie hinterher auf eigene Faust noch einmal auf Tour gingen.

Radtouren aus Gladbeck führen meist in land- oder forstwirtschaftlich geprägte Landstriche. Aber selbst wenn sie an der reviertypischen Industrie vorbeiführen, gibt es nur lobende, teils staunende Kommentare. Oft genug reizt der Kontrast zwischen Natur und Industrie, sorgt auch der Blick auf den Wandel der Region, die Umstrukturierung für einen Aha-Effekt.

Aber vor allem ist das Volksradfahren für die Teilnehmer immer eines: ein Bekenntnis zum Rad!