Gladbeck ist gut vorbereitet aufs Sturmtief

Den Sturmböen vor dem Rathaus Gladbeck trotzt Nese Altiok (37).
Den Sturmböen vor dem Rathaus Gladbeck trotzt Nese Altiok (37).
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Draußen kann es gefährlich werden, ist doch das aktuelle Sturmtief vom Deutschen Unwetterdienst mit Orange eingestuft worden. Wälder sollten besser gemieden werden.

Gladbeck..  Der wilde Pfingststurm „Ela“ steckt uns allen noch in den Knochen, da rauscht seit gestern bereits das nächste Sturmtief heran – mit dem fast ähnlich klingenden Namen „Elon“. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes zeigt die Stufe Orange an, warnt vor Sturm und Orkan bis in die späte Nacht zum Sonntag hinein. Gültig ist sie für alle Höhenstufen von Gladbeck, die im Bereich von 39 bis 85 Metern liegen. Erwartet werden Sturmböen – teilweise schwer – und um die 80 Stundenkilometer schnell.

Vorsichtshalber warnt Wald und Holz/NRW vor der Gefahr, dass in durch ,Ela’ vorgeschädigten Gebieten Bäume bei starkem Wind umfallen, so Sprecher Stefan Befeld. Gleichwohl scheint klar, dass Zerstörungen wie bei „Kyrill“ oder „Ela“ diesmal wohl nicht zu erwarten sind. Bei Polizei und Feuerwehr sind deshalb auch keine besonderen sturmbedingten zusätzlichen Einsatzbereitschaften vorgesehen.

So verlief denn der gestrige Freitag relativ ruhig, bis zum Abend gab es „keine wetterbedingten Einsätze“, so ein Polizeisprecher in Recklinghausen. „In den vergangenen Monaten hatten wir ja schon öfter starken Wind, da ist auch nicht viel passiert.“ Man wolle nun abwarten, wie sich die Lage noch entwickelt und hoffe darauf, dass „es glimpflich abläuft“.

Die Ketten an den Sägen schärfen

Auch die Wachabteilungsleiterin in der Kreisfeuerwehrleitstelle, Dagmar Haschke, sieht die Lage nicht besorgniserregend, selbst wenn der Sturm in der Nacht noch an Stärke gewinnen kann. „Eine erhöhte Bereitschaft ist bei uns nicht geplant.“ Was aber nicht heißen soll, dass für mögliche Einsätze keine Vorsorge getroffen wird. „Einige Kollegen werden vielleicht die Ketten an den Sägen schärfen.“

„Die Leute sollten sich wegen des Sturms nicht verrückt machen lassen“, findet Bernhard Schregel vom Zentralen Betriebshof (ZBG). Der Baumexperte macht sich keine allzugroßen Sorgen, zumal die Angriffsfläche fehlt. „Die Situation ist diesmal ganz anders als bei ,Ela’. An den Bäumen hängt ja kein Laub mehr, das wie ein Segel am Schiff wirken könnte.“

Hubsteigertruppe steht in Rufbereitschaft

Gleichwohl ist für den Fall der Fälle von Stadtseite längst vorgesorgt. Bis Montagmorgen herrscht bei der sogenannten Hubsteigertruppe Rufbereitschaft. Drei erfahrene Männer mit Steiger und Häcksler stehen Gewehr bei Fuß, greifen ein, wenn es Probleme gibt. Schregels Empfehlung, ja Ansage an die Gladbecker, die bei wildem Wind unbedingt an die frische Luft wollen, ist trotzdem glasklar: „Niemand sollte so dusselig sein und bei Sturm in den Wald gehen. Es sei denn, er möchte einen Ast auf den Kopf bekommen.“