Gladbeck hat jetzt auch eine Kulturloge vor Ort

Birgit Bojahr (vorn) und Heike Makowka (dahinter) haben ihre Arbeit aufgenommen. Jochen Orberger (Rotary) und Nina Frense (Kulturdzernentin) blicken ihnen über díe Schulter.
Birgit Bojahr (vorn) und Heike Makowka (dahinter) haben ihre Arbeit aufgenommen. Jochen Orberger (Rotary) und Nina Frense (Kulturdzernentin) blicken ihnen über díe Schulter.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Kulturloge ist mit einer Dependance in Gladbeck präsent. Ziel des Vereins: Menschen mit geringem Einkommen kostenlos Zugang zu Kultur zu vermitteln.

Gladbeck..  Ohne Moos nichts los auf kulturellem Parkett? Wer wenig Geld im Portemonnaie hat, kann davon ein Lied singen. Fehlen die Euros für ein Billet, müssten finanzschwache Menschen bei Theater, Konzert & Co. draußen bleiben – wenn es die Kulturloge Ruhr nicht gäbe. Zu den 13 Dependancen des Vereins zählt ab sofort auch Gladbeck. Kulturdezernentin Nina Frense zeigte sich gestern beim Start „froh und stolz“, die Kulturloge vor Ort zu haben.

Kostenlose Eintrittskarten

„Loge“, das klingt elitär. Dabei ist das Angebot, das im Kulturhauptstadtjahr 2010 ins Leben gerufen wurde, alles andere als das. Das Angebot richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen, die gerne kulturelle Veranstaltungen besuchen möchten. Das kann ein Hartz IV-Empfänger sein, ein Student mit Bafög oder ein Gladbeck-Card-Besitzer; Senioren mit Grundsicherung sind ebenso angesprochen wie Menschen, die bei der Tafel Unterstützung bekommen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Kulturloge vermittelt Interessenten, die sich bei ihr anmelden, kostenlose Eintrittskarten.

Veranstalter stellen Tickets zur Verfügung

Veranstalter stellen die Tickets zur Verfügung. Das breite Spektrum kultureller Aktivitäten spiegelt sich im Angebot wider: Museen, Theater, Zoos, Konzerte und viele mehr sind mit von der Partie. Ja, sogar ein Besuch im Fußball-Stadion kann drin sein. Denn: Die Gäste können überregional ruhrgebietsweit ihre Wahl treffen, wie Marita Heiliger von der Kulturloge am Stammsitz Essen unterstreicht.

Die hiesige Kulturamtsleiterin Gabriele Stegemann berichtet: „Die VHS hat schon Karten vermittelt“ – beispielsweise für das Kommunale Kino. Kontakte zu anderen möglichen Anbietern, darunter die Stadthalle, werden geknüpft. Ein Platz in der ersten Reihe kann auch mal unter den Angeboten sein. Nina Frense betont: „Die Kulturloge ist keine Resterampe! Die Karten für die Plätze sind gut durchmischt.“

Rotarier sponserten Notebooks

Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Heike Makowka und Birgit Bojahr werden künftig mit Fingerspitzengefühl Tickets vermitteln. In einer monatelangen Einarbeitungszeit haben sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet. Stegemann: „Die Kunst ist, für jeden das Passende zu finden.“ Das Damen-Duo an den Computern berät die Kulturgäste: dienstags von 16 bis 18 Uhr in der Stadtbücherei an der Friedrich-Ebert-Straße. Am Starttag schaute Jochen Orberger vom Rotary Club Bottrop-Wittringen Heike Makowka und Birgit Bojahr über die Schulter: Der Verein hat die zwei Notebooks zur Verfügung gestellt, die die Verbindung zu zentralen Datenbank gewährleisten.

Berechtigungsnachweise

Für Berechtigungsnachweise sind die beiden Logen-Mitarbeiterinnen nicht zuständig. Ansprechpartner dafür sind Sozialpartner. Hier – unter anderem beim Jobcenter, der Tafel und der Caritas – , und bei anderen Anlaufstellen wie den Kulturstätten liegen Anmeldeformulare aus, auf denen sich Interessierte ihre Berechtigung bestätigen lassen können.