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Kennzeichen-Debatte

GLA ist nicht in Gefahr

21.08.2012 | 11:54 Uhr
GLA ist nicht in Gefahr
Prof. Dr. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn mit GLA-Kennzeichen in Gladbeck.Foto: Dirk Bauer, Archiv

Gladbeck. GLA ist nicht in Gefahr. Das unterstreicht Prof. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn mit Blick auf den jüngsten, höchst umstrittenen Kennzeichen-Vorstoß von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).

Ramsauer hatte dafür plädiert, dass alle Städte und Gemeinden in Deutschland künftig ihre Kennzeichen frei wählen dürfen und damit eine intensive Debatte ausgelöst.

Ein Rückblick: Prof. Bochert ist jener Hochschul-Experte, der das Thema Kennzeichen-Liberalisierung aus wissenschaftlicher Sicht schon vor Jahren ins Rollen brachte. Mehrfach war Prof. Bochert bereits in Gladbeck zu Gast und unterstützte mit seinen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen die Forderung nach Wiedereinführung des legendären GLA-Kennzeichens.

Mit seiner Studenten führte der Professor auch Vor-Ort-Befragungen der Bürger durch, unter anderem auf dem Gladbecker Marktplatz, und immer wieder wurde dabei deutlich: Die Menschen in Gladbeck (GLA) oder auch in Castrop-Rauxel (CAS) wollen ihr gutes altes Nummernschild zurück; jenes Kennzeichen also, das vor der Eingliederung ihrer Städte in den Kreis Recklinghausen die Stoßstangen schmückte.

Nun steht das Thema Kennzeichen-Liberalisierung am 21. September auf der Tagesordnung des Bundesrates. Vor diesem entscheidenden Votum befassen sich noch die Bundesrats-Ausschüsse für Finanzen, Verkehr und Inneres mit der Angelegenheit.

Der Ramsauer-Vorstoß hat unterdessen eine intensive Diskussion ausgelöst; schon wird ein bundesweiter Kennzeichen-Wildwuchs befürchtet, schon hat die Polizei ihre massiven Bedenken angemeldet.

„Es wird keine Kennzeichen-Anarchie geben“

Das waren Zeiten: VW-Käfer mit „GLA“ vor der Stadtsparkasse. Repro: Ulla Michels / WAZ-Stadtspaziergang

Prof. Ralf Bochert plädiert dafür, einen kühlen Kopf beim Thema Kennzeichen-Liberalisierung zu behalten. Es werde auf keinen Fall zu einer Kennzeichen-Anarchie in Deutschland kommen, wie es jetzt bereits von manchen Kritikern skizziert werde. Denn letztlich kämen auf jeden Fall in der Praxis nur jene neuen Kennzeichen zum Zuge, die von den 16 Ländern nach vorheriger Prüfung des Sachverhalts an den Bund gemeldet würden.

Prof. Bochert: „Es ist ja keinesfalls so, dass jetzt jedes kleine Dorf sofort ein eigenes Kennzeichen bekommen kann. Die einzelnen Länder werden das nicht zulassen. Insofern sehe ich den jüngsten Ramsauer-Vorstoß als völlig unproblematisch an.“

„GLA“ steht auf der NRW-Liste

Prof. Bochert geht als intensiver Beobachter des Themas also weiterhin davon aus, dass sich die Gladbecker in absehbarer Zeit das heiß geliebte GLA an die Stoßstangen schrauben können. Neben Kennzeichen wie WAN (Wanne-Eickel), WAT (Wattenscheid) und WIT (Witten) zähle GLA zu jenen Nummernschildern, die bereits auf der entsprechenden, vom Land NRW erstellten Liste stünden.

Und zudem ist ja auch anzumerken, dass nach dem Wechsel von Harry Voigtsberger zu Michael Groschek (beide SPD) nun auch das NRW-Verkehrsministerium von einem Befürworter des Projekts geleitet wird.

Michael Bresgott



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