Giftiges im Gladbecker Untergrund
24.06.2010 | 17:06 Uhr 2010-06-24T17:06:00+0200
Gladbeck.Auch Jahre nach Schließung der Färberei Malorny an der Sandstraße bereitet der verunreinigte Untergrund Sorge. Die Anwohner wurden angeschrieben. Wer einen Brunnen hat, sollte das Wasser prüfen lassen.
Da wunderte sich Siegbert Busch, Mitglied im WAZ-Leserbeirat, nicht schlecht: Der ehemalige Chef der Gladbecker Polizei wohnt seit fast 25 Jahren an der Bottroper Straße 66 – größeren Grund zur Sorge hatte er mit seinem Grundstück eigentlich nie.
Doch dann griff er vor wenigen Tagen in seinen Postkasten und öffnete einen Brief des Umweltzentrums Recklinghausen, der Siegbert Busch verdutzte. „Darin stand, dass das Grundwasser unter meinem Grundstück möglicherweise verunreinigt sein könnte“, erzählt er. Auch seine Nachbarn hätten einen solchen Brief vom Umweltamt erhalten. „Seltsam“, so Busch. „Jetzt wohne ich schon so lange hier. Aber was unter meinem Haus schlummert, darüber habe ich nicht Bescheid gewusst.“
„Reine Vorsichtsmaßnahme“
Eine reine Vorsichtsmaßnahme, beruhigt Kreissprecher Jochem Manz auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Hintergrund: Seit zehn Jahren hat die Stadt mit einer chemischen Altlast zu kämpfen – mit chlorierten Kohlenwasserstoffen, die auf dem Gelände der ehemaligen Reinigung und Färberei Malorny ins Grundwasser gesickert sind.
Nun gibt es die Firma Malorny in Gladbeck schon sehr lange nicht mehr – doch die giftigen Überreste ihres Wirkens sind noch immer vorhanden. Über Jahrzehnte waren auf dem Firmengelände an der Sandstraße chlorierte Kohlenwasserstoffe versickert und ins Grundwasser gelangt – und dies war bis in die 1980er Jahre hinein auch überhaupt nicht verboten. Erst später mussten Betriebe, die solche Stoffe als Reinigungsmittel einsetzen, auf umweltfreundliche Alternativen ausweichen.
Die Stadt hat als Grundstückseigentümerin das ehemalige Betriebsgelände saniert. Doch wie weit sich die Altlast mittlerweile ausgebreitet hat, kann niemand genau sagen. Daher seien die Anwohner im Umkreis der ehemaligen Firma Marlony aus reiner Vorsicht angeschrieben worden: „Wir wollen den Menschen klar machen, dass das Grundwasser gering belastet sein könnte“, sagt Jochem Manz. „Doch eine Gefahr, mit den Schadstoffen in Kontakt zu geraten, besteht nicht, da sich das Grundwasser in sechs Metern Tiefe befindet.“
Brachwasser von der Kreisbehörde untersuchen lassen
Die Kinder im Garten spielen zu lassen oder dort Kartoffeln und Gemüse zu ernten, sei also völlig unbedenklich. Wer in seinem Garten allerdings einen Brunnen angelegt hat, sollte das Brachwasser von der Kreisbehörde untersuchen lassen: „Bevor jemand mit dem Wasser aus seinem Brunnen etwa den Rasen sprengt, würden wir dies gern im Labor überprüfen“, so Manz. „Die Kosten dafür übernehmen natürlich wir.“
Einen Brunnen hat Siegbert Busch zwar nicht in seinem Garten stehen – wohl aber sein Nachbar. „Dem werde ich mal Bescheid geben“, meint er. „Denn wer weiß, was dort in sechs Metern Tiefe unter unseren Häusern schlummert ...“
07:33
Recht interessant was ich dort erfahre.
Gibt es nicht gerade in diesen Gebieten besonders oft Wasserrohrbrücke wegen der Bergschäden? Und kommt es nicht gerade bei den Häusern zu Rissen durch Bergschäden wo die Feuchtigkeit dann eindringt? Da würde ich als erstes mal Nachfragen, warum dann die Brunnen kontrolliert werden sollen und nicht die Häuser?
13:30
Nr. 5
mir muss mann das nicht erklären !
Dem anscheinend - unaufgeklärten -
Ex BM Kandidaten eher !
als langjähriger Polizeibeamter Gladbecks
muss ! er darüber auch Bescheid wissen !
ich lebe da nicht
ich weiß nur dass die Erde dort im Bereich versifft ist !
12:09
@G lückauf
LCKW sind schwerer als Wasser, sie versickern demnach zunächst durch den ungesättigten Bodenhorizont (oberhalb der Grundwasserspiegels) vertikal ab. Wenn sie im GW angekommen sind, gehen sie in Lösung und breiten sich horizontal, in Fließrichtung des GW aus (in Düsseldorf z.B. über bis zu 5 km).
Ja nach Bodenart können sich die lckw auch anreichern und nicht oder nur z.T. in Lösung gehen, der rest die sogn. Phase sind dann lckw pur. Diese setzt sich in die kleinen Zwischenräume zwischenden Bodenpartikeln (der Fachmann spricht von Residualsättigung).
In der Nähe der Eintragsstelle bzw. Quelle können durchaus LCKW-Konzentrationen zu hoch sein, dass sie entgasen,z.B. in Kellerräume und sich dort zu schädlichen Konzentrationen anreichern. Je weiter man jedoch den der eigentlichen Eintragsstelle entfernt ist, desto unwahrscheinlicher ist das.
11:13
Siegbert Busch wundert sich oft. Spricht nicht für viel Dankarbeit, wenn man auf dem Gelände baut. Das wussten doch damals schon alle...
08:25
Nr 2
die Fa. M. ist aber schon - zig - Jahre nicht mehr
existent
und trotzdem entweichen
( auf dem Gelände Pieper)
noch die Gase ! ! !
Gesunde Gegend ?
20:21
lckw: leichtflüchtige clorierte kohlenwasserstoffe, allen vorran sogn. per und tri. Diese stoffe sind prima waserlöslich und breiten sich -je nach bodenart- bis zu mehreren kilometern im grundwasser aus.
die sanierung von lckwgrundwasserschäden wird meistens aktiv, d.h. durch grundwasserförderung betireben. das ist sehr langwierig ( 10 jahre) und teuer.
lckw sind krebserregend.
18:02
na Siegbert
tu mal nicht soo überrascht als alter Gladbecker
das Malorny da in der Nähe sein Giftmüll in den Boden gelassen hat ,
weißt doch jeder Alt Gladbecker !