Gewerkschaft warnt vor Tricksreien von Chefs beim Mindestlohn

Beim neuen Vertrag genau hinschauen, rät die NGG.
Beim neuen Vertrag genau hinschauen, rät die NGG.
Foto: NGG
Was wir bereits wissen
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten befürchtet, dass mancher Chef den Mindestlohn mit Tricks zu umgehen versucht.

Gladbeck..  Rund 59.200 Beschäftigte im Kreis Recklinghausen profitieren vom neuen gesetzlichen Mindestlohn. Aber die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt: „Wenn der Chef einen neuen Arbeitsvertrag vorlegt und dabei auf den neuen Stundenlohn von 8,50 Euro verweist, ist Vorsicht geboten“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG-Region Ruhrgebiet befürchtet, dass einige Arbeitgeber die Mehrausgaben beim Lohn auf die Beschäftigten abwälzen.

„Konkret sieht das dann so aus, dass die Betriebe kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld mehr zahlen. Um das zu erreichen, versuchen sie jetzt, ihren Beschäftigten neue Arbeitsverträge unterzujubeln“, sagt Sachtje. Auch Nachtzuschläge oder Extrazahlungen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen könnten in einem neuen Vertrag gestrichen werden.

Beschäftigte müssten mit „allerlei Trickserei“ rechnen. „Selbst wenn es ‚nur‘ um weniger Wochenarbeitsstunden geht, müssen Arbeitnehmer aufpassen. Für sie kann das bedeuten, dass sie die gleiche Arbeit dann in weniger Zeit erledigen müssen.“ Besonders übel sei es, wenn im Arbeitsvertrag geregelt werde, dass Überstunden erst später bezahlt werden müssen, sagt Yvonne Sachtje.

Die NGG erwartet, dass etliche Beschäftigte aufgefordert werden, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben und rät, sich beraten und den neuen Arbeitsvertrag prüfen zu lassen. „Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns braucht keiner einen neuen Arbeitsvertrag“, so Sachtje. Wer vom Arbeitgeber aufgefordert wird, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, kann sich bei der DGB-Mindestlohn-Hotline informieren: 0391 / 40 88 003.