Gericht statt Bericht
03.08.2010 | 18:25 Uhr 2010-08-03T18:25:00+0200
Gladbeck Kochlöffel statt Computertastatur, Zutaten statt Zeilen, Herd statt Headline – das Senioren-Sommer-Sonderprogramm im Fritz-Lange-haus stand am Dienstag ganz im Zeichen der Küche und des Journalismus.
„Die vonne Blättkes kochen heute“, versprach die Speisenkarte, womit gemeint war, dass in Gladbeck täglich tätige Blattmacher/innen sich diesmal am Salatblatt und nicht am Zeitungsblatt versuchten. Um der Wahrheit gleich Genüge zu tun: Uwe Rath vom Stadtspiegel, Katrin Walger-Stolle von der WAZ und Gabriele Knafla vom Regionalmagazin Lebensart, haben sich nicht nur versucht.
„Es hat uns nicht nur gut gefallen, sondern auch gut geschmeckt“, versichern jedenfalls Karin Leuschner (66) und Adelheid Siegle (79), die über genügend Küchenerfahrung verfügen, um das beurteilen zu können. Es sei zudem nett, sich bekochen zu lassen, meinen die Damen, die zusammen mit rund 100 weiteren Seniorinnen und Senioren an diesem Tag ins Lange-Haus gekommen waren. „Wenn man allein lebt, lässt man sich gerne mal etwas vorsetzen.“
Und was hatte nicht nur dieses Damen-Doppel so überzeugt? Uwe Rath, der sich als passionierter Koch entpuppte („Meine Frau kocht sehr gut, aber wenn es ums Ausprobieren geht, dann stehe ich am Herd“) sorgte für die Vorspeise. „Leichter Genuss in der Sommerzeit“ kündigte die Speisenkarte den bunten Salat mit kalorienarmem Dressing und Filetstreifen von der Putenbrust an.
Es gab reichlich zu tun und Uwe Rath geriet auch gehörig ins Schwitzen, dennoch ließ sich der einzige Mann im Journalisten-Trio nicht aus der Bahn werfen. Genau so wenig, wie kurz darauf Katrin Walger-Stolle sich selbst vom lockeren Geplauder von Holger Kosbab nicht aus der Ruhe bringen ließ. Was ihr denn wohl zu folgendem Spruch einfalle, wollte der Mann von der Seniorenberatung wissen: Fünf sind geladen, zehn sind gekommen. Gieß’ Wasser zu Suppe, heiß’ alle willkommen??? „Pizza-Taxi“ konterte die WAZ-Frau ganz cool, um sich dann ihrem heißen, feinen Fisch an Reis zuzuwenden.
Die Demonstration der Zubereitung musste allerdings reichen. Ansonsten hieß es wie bei ihren wackeren Mitstreitern auch: Ich hab da mal was vorbereitet. Wobei Katrin Walger-Stolle in der glücklichen Lage ist, mit ihrem Mann einen Profi an der Seite zu haben. Thomas Stolle ist Koch und betreibt ein Restaurant mit gehobener Küche in der Essener Innenstadt.
Uwe Rath und Gabriele Knafla durften auf die tatkräftige Unterstützung des erfahrenen Teams der Seniorenberatung setzen. „Kein Essen ohne Nachtisch“, bekannte Gabriele Knafla, die mit ihrer „beschwipsten Creme für Damen und Herren“ den kalorienmäßigen Kontrapunkt zur Vor- und Hauptspeise setzte. Sie machte keinen Hehl daraus,dass sie beim Kochen noch entwicklungsfähig ist und durchaus gern auch mal Eltern und Großeltern machen lässt. Im übrigen hält sie’s mit Goethe: Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen.
15:32
tja
wenn ein BerufsKoch
kocht
kann wenig schief gehen ;
13:47
ein wunderschöner beitrag,und sehr leckere gerichte.liebe grüsse von birgit stange aus hannover