Gegenwind gibt es bei fast jedem Windradbau

Zurzeit ruhen die Arbeiten an der Baugrube für das Windrad in Rentfort, da die Gutachten über die nächtliche Lärmbelästigung noch nciht vorliegen.
Zurzeit ruhen die Arbeiten an der Baugrube für das Windrad in Rentfort, da die Gutachten über die nächtliche Lärmbelästigung noch nciht vorliegen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Aktuell ist das auch beim im Bau befindlichen Rentforter Windrad der Fall. Klaus Schulze Langenhorst von SL-Naturenergie bleibt dennoch gelassen.

Gladbeck..  Wenn heutzutage ein Windrad gebaut wird, gibt es fast immer Gegenwind von Seiten der Bürger. Das ist, wie berichtet, aktuell auch in Rentfort der Fall. Anwohner beklagen zu wenig Abstand, befürchten Lärmbelästigung und Nachteile für die Vogelwelt. Der Gladbecker „Windbauer“ und Chef von SL-Naturenergie, Klaus Schulze Langenhorst, bezieht im WAZ-Gespräch Stellung zu den Bedenken.

Neu ist der Gegenwind für den Gladbecker, der das Windkraft-Anlagengeschäft seit 1996 betreibt, allerdings nicht. „Es ist leider üblich, dass es Widersprüche zu den Bauvorhaben gibt. Man gewöhnt sich dran“, sagt er.

Die Proteste nimmt er dennoch ernst, will die Sorgen der Bürger nicht kleinreden. Die Gründe dafür nachvollziehen kann Schulze Langenhorst allerdings nicht. Es gebe in dem Bereich in Gladbeck, der von der Politik bewusst als Vorrangzone für Windkraft ausgewiesen wurde, ja sogar weniger Anlagen als ursprünglich geplant. Zunächst war man von vier bis fünf Windrädern ausgegangen, nun wird es nur zwei geben - das bereits bestehende in Ellinghorst und das im Bau befindliche an der Holtkampstraße.

Windkraft auf Halden

Dass die Rentforter sich dennoch umzingelt fühlen könnten, weil sich jenseits der Stadtgrenze auf Bottroper Gebiet (Brabecker Feld) sichtbar nah ebenfalls Rotorblätter eines Windrads drehen? Das sieht der Windbauer, der übrigens selbst nur wenige hundert Meter entfernt vom Ellinghorster Windrad wohnt, naturgemäß anders. Und er hat noch ein Argument gegen die „optisch bedrängende Wirkung“, gegen die ein Anwohner klagt: Der Kreis Recklinghausen habe die Anlage schließlich genehmigt und würde bei Verfahrensfehlern Schadenersatz zahlen müssen. „Aber für die Behörde ist das kein Neuland.“

Das störende Geräusch

Und dass das surrende Geräusch der Flügel stören könnte? „Das wird doch vom Lärm der nahen Autobahn A 31 übertönt“, ist Schulze Langenhorst überzeugt. Wer das nicht glaubt, sollte sich in die Nähe des Ellinghorster Windrads stellen. „Das hört man nicht“.

Ein Problem allerdings hat er noch nicht gelöst: Aktuell besteht die Betriebsgenehmigung für das neue Rentforter Windrad nur für den Tagesbetrieb, weil für die neuartige Anlage (Enercon E-92), ausgestattet mit einem anderen Flügelprofil als bisherige Anlagen, noch nicht alle Gutachten über die Verträglichkeit der Lautstärke in der Nacht vorliegen. Denn der Lärm der nahen Pilkington-Produktionsanlage muss berücksichtigt werden. „Es ist derzeit noch nicht sicher, ob wir die Genehmigung bekommen“, will der Windbauer auf Nummer Sicher gehen. Falls die versagt würde, würde aber trotzdem ein Windrad gebaut. Dann allerdings eins ähnlichen Typs wie das bestehende in Ellinghorst. Das wäre zwar nicht ganz so leistungsstark, „würde jedoch ausreichen. Ohne Nachtbetrieb macht die Anlage wirtschaftlich keinen Sinn“, so Schulze-Langenhorst. Deshalb wird aktuell an der bereits teilweise ausgeschachteten Baugrube auch nicht weiter am Fundament gebaut, sondern erst abgewartet, welcher Windradtyp tatsächlich errichtet werden kann.