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„Gedächtnis“ der Stadt hat viele Besucher im Jahr

22.02.2016 | 09:00 Uhr
„Gedächtnis“ der Stadt hat viele Besucher im Jahr
Waldorfschüler erkunden das Stadtarchiv.Foto: Gerhard Schypulla

Gladbeck.   Stadtarchivarin Katrin Bürgel legt ihre Jahresbilanz vor. 391 Personen nutzten die Möglichkeit in alten Akten zu stöbern. Schenkungen von Privatpersonen und Organisationen.

Das Stadtarchiv als historisches „Gedächtnis“ der Stadt wurde in 2015 von 391 Bürgern aufgesucht, um in den Akten zu stöbern. Das teilte Stadtarchivarin Katrin Bürgel jetzt dem Kulturausschuss bei ihrer Jahresbilanz mit. Damit lag das Besucherinteresse auf fast gleichem Niveau wie ein Jahr zuvor (392). Einige Nutzer kamen für ihre Recherchen aber an mehreren Tagen, so dass mit 475 gezählten Benutzertagen einige mehr als 2014 zusammen kamen (444). Hinzu kamen 552 telefonische und schriftliche Anfragen (2014: 441).

„Oft handelt es sich bei den Besuchen um private Familienforschung“, erzählt Katrin Bürgel im Gespräch mit der WAZ. Eine Vielzahl der Anfragen oder Recherchen komme aber auch von so genannten Erbenermittlern, meist Rechtsanwälten oder Notare, die versuchen, die Nachfahren eines Verstorbenen zu finden.

Seit 2010 sind die persönlichen Nutzungen im Lesesaal um deutliche 40 Prozent und die telefonischen wie schriftlichen Anfragen sogar um 63 Prozent angestiegen. Als erfreulicher Nebeneffekt für die Stadtkasse konnte so auch der im Haushalt veranschlagte Einnahmenansatz von 2300 Euro mit tatsächlich erzielten Gebühreneinnahmen von 3064 Euro (Mehreinnahme von 33 Prozent) übererfüllt werden.

Bauakten der Verwaltung

Über die Stadtarchivare wird auch das so genannte Zwischenarchiv betreut, das die kompletten Bauakten der Verwaltung enthält. Hier erfolgten im Vorjahr 1746 Einsichten, in 2014 waren es 1837. Die Einnahmen durch die gebührenpflichtigen Einsichten betragen 21 372 Euro.

Neben diesen ‘laufenden Geschäften’ führten die Archivare viele weitere Maßnahmen durch, so wurden 200 Meter Verwaltungsakten in ihrer historischen Relevanz bewertet, zudem ist die Archivleiterin Mitglieder der Projektgruppe zur Einführung eines Dokumentenmanagementsystems in der Stadtverwaltung. Zur Bestandserhaltung wurden zudem auch im Vorjahr weitere Akten entsäuert und restauriert, sowie 11000 alte Negative des einstigen Stadtfotografens eingescannt und digitalisiert. Denn das gehört ja auch zur Zuständigkeit des Stadtarchives, die Sicherung und Erhaltung des Archivgutes.

Neu eingegliedert wurden auch Schenkungen aus der Bürgerschaft oder von Organisationen. In das Historische Stadtarchiv konnten im Vorjahr zum Beispiel Akten des SPD Ortsvereins Brauck oder Fotos zur Stadt und Bergbaugeschichte von Heinrich Spring übernommen werden, sowie zwei Kriegstagebücher aus dem Ersten Weltkrieg. Letztere sollen in einem Buch über Gladbecker Soldaten gewürdigt werden, das noch dieses Jahr erscheinen soll.

Im Rahmen des Projektes Historische Orte in Gladbeck wurde zwei weitere Informationstafeln aufgestellt: an der Musikschule, um sowohl über die alte Bergbauinspektion und den Mitbegründer der Musikschule, Günter Walezcek, zu erinnern, und am alten „Wetterschacht“ in Ellinghorst, mit Informationen zur Bergbaugeschichte.

Bildungsarbeit ist ein Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Teams des Stadarchives bildete im Jahr 2015 auch die Historische Bildungsarbeit.

Hierzu zählte auch das Projekt Kulturrucksack, das Kindern eine spannende historische Spurensuche mit der Integration von moderner Technik bot. In Kooperation mit der Jugendkunstschule und Kulturpädagogen Oliver Kretschmann wurde eine spannende Geocaching-Tour für Kinder im Alter von 10-14 Jahren angeboten. Die Resonanz war so groß, dass drei Exkursionstermine stattfanden.

Auf dem Gebiet der Archivpädagogik wird zudem Gladbecker Geschichte ‘lebendig’. Insgesamt kamen im Vorjahr 95 Schüler zum Unterricht und zur Führung ins Stadtarchiv. Lebendiger Geschichtsunterricht und Auseinandersetzung mit Originalquellen zur Historie der Stadt, wobei der Themenschwerpunkt wie auch bei einer Innenstadtführung mit der Anne-Frank-Realschule auf der Zeit des Nationalsozialismus lag. Schüler Gladbecker Lehranstalten wurden und werden zudem bei Facharbeiten und Referaten unterstützt.

Das Fachkollegium Geschichte des Heisenberg-Gymnasiums erhielt ebenfalls eine Archivführung. Darüber hinaus stellte sich das Archiv im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit der VHS vor, gleiches erfolgte bei den Gladbecker Naturfreunden und bei dem Frauenkreis der Heilig-Kreuz-Gemeinde aus Butendorf.

Besonders zu erwähne ist der 67. Westfälische Archivtag des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL), der im Vorjahr (17. und 18. März) in Gladbeck stattfand. Zur Fachtagung kamen 225 Archivarinnen und Archivare aus ganz Deutschland in die Stadt, vor denen Archivleiterin Katrin Bürgel einen stadthistorischen Vortrag hielt.

Marcus Esser

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2016-02-22 09:00
Gladbeck