Fundsachen-Büro bringt buntes Allerlei unter die Leute

Hinter dem Rathaus versteigert  Volker Lorenz vieles, was liegen blieb, zum kleinen Preis.
Hinter dem Rathaus versteigert Volker Lorenz vieles, was liegen blieb, zum kleinen Preis.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Räder, Schmuck, Werkzeug und Lampen gab es am Samstagmorgen am Rathaus zu ersteigern. Vieles, was liegen blieb, fand das Interesse der Gladbecker.

Gladbeck..  2,50 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – verkauft an den jungen Mann mit der Kappe. Für den Gladbecker Alexander Gerlach (21) lohnte sich die Versteigerung des örtlichen Fundbüros bereits nach wenigen Sekunden. Er sicherte sich bei der ersten Auktion gleich ein neues Fahrrad. Genau mit diesem Ziel war Gerlach an die Friedrich-Ebert-Straße gekommen. „Ich bin durch die Zeitung auf diesen Termin aufmerksam geworden und für die paar Euro macht man nicht viel falsch.“ Schnell die Groschen aus dem Portemonnaie gezückt und schon hatte der junge Gladbecker ein neues Rad.

Es ist schon Tradition, wenn das heimische Team vom Ordnungsamt zur Fundsachen-Versteigerung einlädt. Knapp 100 Gladbecker sind am Samstag hinter dem Rathaus dabei und schauten zu, was dort unter den Hammer kam. Und wer auf ausgefallene Sachen steht, der kam wahrlich auf seine Kosten: Eine Bohrmaschine, Tischlampen oder auch Brillen wurden an ihre neue Besitzer gebracht. ‘Mal für wenige Euros und dann doch mal für den 50 Euro Schein.

Besonders gefragt war an diesem Vormittag ein Quadrocopter – eine ferngesteuerte Flugdrohne. „17 zum Ersten. 17 zum Ersten, 17 zum Zweiten…“ „18!“, riss ein Mann aus der ersten Reihe den Arm in die Luft. „Bis 20 Euro gehe ich mit“, flüsterte Walter Hemeling (46) seiner Frau Ilse (44) zu. Die schmunzelte, denn sie wusste, dass ihr Mann „diesen Quatsch“, wie sie es liebevoll nannte – unbedingt haben wollte. Überboten, aus der Traum! „Schade, Schokolade“, erklärte Walter Hemeling. „Man weiß nie, ob solche Fundsachen funktionieren.“ Für 31 Euro ging die Drohne letztlich über die Theke.

Bieten für den Spaß an der Freude

Jerome Wenselau (21) machte sich aus der Auktion ein Spaß. Der Gladbecker ersteigerte sich einen Handscanner, mit dem Paketbooten sich die Abgabe der Ware unterschreiben lassen. Was er damit vor hat? „Ich schaue ‘mal, was es im Netz dafür gibt.“ Vielleicht lohnt sich der Verkauf des Geräts. „Groß nachgedacht habe ich beim Bieten nicht.“

Volker Lorenz, an diesem Tag Chef-Auktionator, verwandelte einmal mehr den Ort vor der großen Sparkasse in der Innenstadt zur Schnäppchen-Hochburg. Es ist fast so, als wäre man bei den großen Auktionshäusern Christie’s oder Sotheby’s. Nur mussten die Teilnehmer nicht bis nach London fahren und auch deutlich weniger Geld mitbringen, um bei den Schätzen aus dem Fundbüro mitzubieten. „Diesmal war es ein wenig ruhiger als die letzten Male“, bilanzierte Lorenz nach 150 Minuten Bieter-Wettstreit an diesem Samstag.