Für die Fahrradfreundlichkeit bekommt Gladbeck die Note 3,3

Licht und Schatten entdecken Radler auf ihren Fahrten durchs Stadtgebiet.
Licht und Schatten entdecken Radler auf ihren Fahrten durchs Stadtgebiet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Fahrradklima-Test des ADFC haben 104 Gladbecker die Fragen beantwortet und der Stadt die Gesamtnnote 3,3 gegeben. Eine kleine Verbesserung.

Gladbeck.. Eine Traumnote ist das nicht, aber der Abwärtstrend der vergangenen Jahre ist gestoppt: Beim Fahrradklimatest 2014 des ADFC erreichte die „fahrradfreundliche Stadt Gladbeck“ die Gesamtnote 3,3 (Bewertung wie Schulnoten), zwei Jahre zuvor vergaben Gladbecker Radfahrer die Note 3,5 – eine deutliche Verschlechterung nach einer glatten 3 im Jahre 2005.

Gladbeck liegt jetzt landesweit bei den Städten unter 100 000 Einwohnern auf Platz 5 bei 42 teilnehmenden Kommunen. Bundesweit beteiligten sich 100 Städte dieser Größenordnung an der Befragung des ADFC. Gladbeck schaffte den Sprung von Platz 77 auf Platz 9, im Ruhrgebietsvergleich reichte es sogar nach Bergkamen für Platz 2, gemeinsam mit Unna.

Sehr aussagekräftig ist das Ergebnis allerdings nicht, denn nur 104 Gladbecker Radler beantworteten die 27 Fragen der Fahrradexperten. Bundesweit beteiligten sich 100 000 Menschen, die häufig mit dem Rad unterwegs sind, an der Befragung in den Kategorien Fahrrad- und Verkehrsklima, Stellenwert des Radverkehrs, Sicherheit und Komfort sowie Radwegenetz.

Der Spaßfaktor beim Radeln im Stadtgebiet

Besonders zufrieden sind die Radler in Gladbeck mit der Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Dafür vergaben sie die Note 1,9. Mit einer 2,2 bewerteten sie die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler auch in Gegenrichtung. Auch den Wegweisern für Fahrradfahrer stellten die Befragten eine gute Note aus 2,4. Und eine 2,4 gab’s auch für den Spaßfaktor beim Radeln im Stadtgebiet.

Ausrutscher nach unten finden sich in der Auswertung des Klimatests auch. Schlusslicht mit der Note 4,6: öffentlich zugängliche Leihfahrräder. Ebenfalls eher unzufrieden sind die Radler mit der Breite von Radwegen und Radfahrstreifen (4,0), mit deren Belag und baulichem Zustand (4,1) sowie mit dem Winterdienst auf Radwegen (4,0). Kritisch beurteilt wird auch die Verkehrsführung für Radfahrer an Baustellen (4,0).

"Eine 3,3 kann sich schon sehen lassen"

Dr. Vera Bücker, Vorsitzende der ADFC-Ortsgruppe Gladbeck, ist mit dem Gladbecker Abschneiden recht zufrieden. „Eine 3,3 kann sich schon sehen lassen, vor allem, wenn man bedenkt, dass der NRW-Spitzenreiter Bocholt es auch ,nur’ auf die Note 2 gebracht hat.“

Dass Gladbecker Radler zufriedener sind als vor zwei Jahren führt sie u a. auf die vermehrte Zahl von Radstreifen auf Fahrbahnen zurück. Auf Radstreifen, von denen sie sich noch mehr wünscht, sei man deutlich komfortabler unterwegs als auf herkömmlichen Radwegen. Politik und Verwaltung dürften sich allerdings jetzt nicht zufrieden zurücklehnen. „Es gibt noch reichlich Luft nach oben“, findet Dr. Vera Bücker. Ein Thema legt ihr dabei besonders am Herzen: die Umwandlung stillgelegter Bahntrassen in Radwege.