Frist für A-52-Einwendungen endet - nun folgt die Erörterung

Fußgängerbrücke über die B 224 in Höhe Freibad Wittringen.
Fußgängerbrücke über die B 224 in Höhe Freibad Wittringen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Auseinandersetzung um die A 52 geht an diesem Wochenende in ein neues Stadium - von der Einwendungs- in die Erörterungsphase.

Gladbeck..  In der Nacht zu Samstag (24 Uhr) endet die Einwendungsfrist für die Autobahn-52-Planfeststellung auf Gladbecker Gebiet zwischen Stadtgrenze Bottrop und A 2. Das Bürgerforum Gladbeck übergab am Freitag über 700 solcher Bürgereinwendungen gegen das Autobahnprojekt an die Poststelle der Stadt.

Adressat der Einwendungen ist allerdings nicht die Stadtverwaltung, sondern letztlich die Bezirksregierung Münster als zuständige Planfeststellungsbehörde. Mit dem Ende der Einwendungsfrist geht die Auseinandersetzung um die Autobahnplanung jetzt in eine neue Phase: Straßen.NRW muss als federführende Straßen-Planungsbehörde zu jedem Detailpunkt der Einwendungen Stellung beziehen.

Auch die Naturschutzverbände, die ein eigenes Klagerecht besitzen, haben aus ihrer fachlichen Perspektive gegen die Planung mit dem A52/A2-Kreuz Stellung bezogen, ebenso betroffene Grundstücksbesitzer aus Gladbeck.

Wer die juristische Auseinandersetzung wagt, hat bekanntlich schnell erhebliche Kosten zu tragen: Das Bürgerforum Gladbeck hat nach eigenen Angaben bereits 37 000 Euro für Anwaltskosten und juristische Beratung ausgegeben; Spenden und die Beiträge der inzwischen rund 140 Mitglieder sind wichtige Finanzquellen, um diesen finanziellen Kraftakt zu bewerkstelligen.

Im Zuge des nun folgenden Erörterungsverfahrens, das laut Bürgerforum bis zum 20. Mai abgeschlossen sein muss, wird es aller Voraussicht nach auch zu einem mehrtägigen Erörterungstermin kommen, zu dem alle Einwender eingeladen werden. Denkbar wäre zum Beispiel eine solche Veranstaltung in der Stadthalle Gladbeck, die genügend Raum böte, um Schauplatz eines solchen Verfahrens zu sein: Punkt für Punkt geht es dann um die Kritik der Projektgegner und um die Gegenposition von Straßen.NRW.

Nach wie vor erwarten alle an der Diskussion Beteiligten mit Spannung den Termin der Stadt am 6. März im Berliner Bundesverkehrsministerium, wo es im Gespräch mit Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann darum gehen soll, wie konkret die Finanzierungschancen für einen möglichst langen A-52-Tunnel auf Gladbecker Kerngebiet nördlich der Autobahn 2 sind.

Bei seinem viel beachteten Besuch beim WAZ-Forum in Gladbeck am 3. Februar hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) sogar angeboten, den gesamten A-52-Lückenschluss zwischen Autobahn 42 (Essen-Nord) und Gelsenkirchen-Buer-West erst dann zu verwirklichen, wenn mit Gladbecker Zustimmung ein Gesamtpaket geschnürt ist.