Friseur Mühlpfordt widmete sein ganzes Leben der Haarpracht

Ein altes Fotot von dem Frisuersalon der Mühlpfordts an der Bülser Straße.
Ein altes Fotot von dem Frisuersalon der Mühlpfordts an der Bülser Straße.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Der Gladbecker hat gemeinsam mit Ehefrau Margret Jahrzehnte lang einen Salon in Gladbeck-Ost geführt. Donnerstag feiert er seinen 90. Geburtstag.

Gladbeck..  Ein eigener Salon, viele Wettbewerbe und Preise – Karlheinz Mühlpfordt hat in seinem Leben einiges erlebt. Am Donnerstag, 9. April, feiert der Gladbecker seinen 90. Geburtstag. Der jung gebliebene Friseur hat viele Jahrzehnte lang seinen eigenen Salon geleitet, die längste Zeit davon an der Bülser Straße. In einem Gespräch hat Mühlpfordt mit der WAZ über sein Leben und seinen Beruf geplaudert.

Mühlpfordt hat seine Ausbildung zum Friseur 1942 in Gelsenkirchen beendet. „Mein Onkel hat mir damals die Stelle besorgt. Auch er war schon Friseur“, erzählt der gebürtige Gelsenkirchener. Als er mit 17 Jahren seine Lehre beendet hatte, musste er als Soldat im Zweiten Weltkrieg kämpfen. Nach seiner Rückkehr legte ihm sein Ausbilder ans Herz, die Meisterprüfung zu machen. Diesem Rat folgte Mühlpfordt und erhielt 1954 seinen Meisterbrief. Bereits ein Jahr später eröffneten seine Frau Margret und er einen ersten eigenen Salon in Gelsenkirchen-Scholven.

Ein größerer Laden musste her

Im Jahr 1966 zog das Ehepaar nach Gladbeck und eröffnete dort seinen Salon „Mühlpfordt“. „Der alte Laden in Gelsenkirchen war zu klein geworden. Manche Kunden mussten in unserem Wohnzimmer warten, weil im Laden kein Platz war“, sagt der Gladbecker. Mühlpfordt war zudem lange Mitglied im Bund der Haarformer und nahm an zahlreichen „Preisfrisieren“ und anderen Wettbewerben teil.

„Es war eine tolle Zeit, aber auch sehr anstrengend. Den ganzen Tag im eigenen Salon arbeiten und abends dann noch für die Wettbewerbe trainieren, war hart. Die Stehfrisuren zu fertigen, war schon richtiges Handwerk“, sagt der Friseur. Trotz des Stress’ hat er seinen Beruf stets mit Leidenschaft ausgeführt. „Der Beruf hat mir immer viel Freude bereitet. Am liebsten habe ich Haare frisiert und Stehfrisuren geformt“, erzählt der 90-Jährige über seine Arbeit.

Viel hat sich in den Jahren geändert. „Früher haben wir viele Dauerwellen gemacht. Das ist heute gar nicht mehr so angesagt“, sagt Margret Mühlpfordt über die Veränderungen, die sie erlebt hat. In all den Jahren konnte der Friseur auf die Unterstützung seiner Frau zählen, mit der er jetzt seit 62 Jahren verheiratet ist. Um ihren Mann im Salon zu entlasten, hat auch sie eine Gesellenprüfung abgelegt. „Ich musste zu Wettbewerben oft weiter weg reisen. Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Frau wäre das gar nicht möglich gewesen“, berichtet Karlheinz Mühlpfordt.

Er gab den Salon im Alter von 63 Jahren auf. Gerne erinnern sich beide an die aufregende Zeit zurück und schauen sich gemeinsam Fotos an, die in ihren eigenen Salons und auf Wettbewerben entstanden sind.