Freizeit-Lärm wird häufig ignoriert

„Lärm - voll nervig“ lautet in diesem Jahr das Motto zum Internationalen Tag des Lärms am 29. April. Der Gladbecker Hörgeräteakustik-Meister Carsten Weismüller weist darauf hin, dass „wir nervigem Lärm gern aus dem Weg gehen, aber uns in unserer Freizeit oft großen Lautstärken aussetzen, die wir gar nicht als nervig wahrnehmen“, warnt er. Denn für das Gehör sei jede Art von Lärm schädlich und stelle immer ein Risiko dar. Darum sei im Berufsleben ab einer Lautstärke von 85 Dezibel das Tragen von Gehörschutz vorgeschrieben, was in der Praxis oftmals befolgt werde. Doch in der Freizeit, auf Stadtfesten, Konzerten oder bei Disco-Besuchen werde die Gefahr von Lärm viel zu häufig unterschätzt und könne das Hörvermögen ohne Schutz schnell beschädigt werden. „Je höher der Spaßfaktor, desto geringer sind die Bedenken“, sagt Weismüller. Werde die Lautstärke nicht als störend empfunden, würden auch die Risiken verkannt. Allein im Fußballstadion werden in der Spitze bis zu 130 Dezibel erreicht, so laut ist ein startendes Flugzeug. Aber auch manches Heimwerkergerät bringe es auf 100 Dezibel. „Jeder Lärm lässt das Gehör altern“, so der Experte. Wie gut man noch hört, kann ein kostenloser Test zeigen. Zum Beispiel am Tag des Lärms.