Firmenbesuch motiviert Gladbecker Schüler

Flugzeugmodelle aus Alu Oktay Albuz (re.) zeigte wie es geht und Betriebsleiter Fuhrmann schaute zu, wie fingerfertig die Besucher waren.
Flugzeugmodelle aus Alu Oktay Albuz (re.) zeigte wie es geht und Betriebsleiter Fuhrmann schaute zu, wie fingerfertig die Besucher waren.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein engagierter Bürger organisierte eine Werksführung bei Klingenburg. Das gute Beispiel kann weiteren Firmen als Vorbild dienen.

Gladbeck.. Viel Mühe hatte sich Techniker Oktay Albuz (23) gemacht, um in einer Beamer-Präsentation einer Schülergruppe seinen Arbeitgeber, den Lüftungstechnikspezialisten Klingenburg, vorzustellen. Mancher der Besucher staunte, wie mit im Prinzip einfachen Mitteln, dünner Alufolie und angewandter Ingenieurskunst, Räume energiesparend belüftet werden können. Angestoßen hatte die Firmenführung der sachkundige Bürger Adem Saltan. Ein WIA-Projekt (Wirtschaft, Integration, Ausbildung) zur Stärkung und Motivation von Jugendlichen zur Ausbildung, das über den Integrationsrat mit 500 Euro gefördert wurde.

Aus der Nachbarschaft, in der Gemeinde und in Vereinen hatte Saltan Jugendliche angesprochen, die gerne dem Angebot folgten. Denn die Motivation, sich für eine Ausbildung zu bewerben, sei bei vielen Gleichaltrigen durchaus vorhanden, erzählte Ugur Kuruel, das Ergebnis aber oft sehr entmutigend.

Der 16-Jährige selbst beendet gerade die Realschule und will nun sein Abi an der Gesamtschule bauen. „Viele Kollegen von mir haben in der letzten Zeit fast jeden Tag eine Bewerbung rausgeschickt, 30 Stück und mehr – von denen oft alle als Absage zurückgekommen sind“, berichtet der aufgeweckte junge Mann. Dass man durch die Firmenführung einen potenziellen Gladbecker Arbeitgeber schon einmal kennengelernt hat, sei bestimmt bei einer Bewerbung von Vorteil.

Das bestätigt auch Ulrike Klingenburg von der Geschäftsleitung des Unternehmens. „Wir freuen uns immer über besonders interessierte Nachwuchskräfte.“ Mit dem Vortrag ihres jungen Mitarbeiters Albuz, der sich nebenberuflich zum Techniker weiterbildete, wolle das Unternehmen auch aufweisen, dass interne Aufstiegschancen bestehen. Bestes Beispiel ist dafür auch Personalleiterin Basma El Badaoui, die erzählte, dass sie nach dem Schulabschluss als Auszubildende zur Industriekaufrau bei Klingenburg eingestiegen sei, dann BWL studiert habe und jetzt in der Führungsebene Verantwortung trage.

Unternehmen kennenlernen

Mit dem Werksbesuch genau zu erfahren, welche Arbeitsmöglichkeiten Klingenburg genau bietet, war auch für Mohammed Ali Ucar ein tolles Angebot. „Den Namen kannte man ja, ohne genau zu wissen, was hier genau hergestellt wird“, erzählt der 17-Jährige. In einem Jahr möchte Ucar die Berufsschule mit dem Fachabi abschließen. „Mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik, so dass ich mir gut vorstellen kann eine Bewerbung zu Klingeburg zu schicken“. Falls es mit dem Bewerbungsgespräch klappt, wird er wohl auch wieder auf Personalerin El Badaoui und Betriebsleiter Peter Fuhrmann treffen, die vielleicht den einen oder anderen Besucher positiv in Erinnerung behalten.

Bei der Werksführung war zumindest schon mal der lockere Kontakt mit der Chefetage möglich, da auch Peter Fuhrmann mit Freude den Besuch begleitete und ihm dabei half, vorgefertigte Aluminium-Platten so zurechtzubiegen, dass ein Doppeldecker-Flugzeug entstand. Ein schönes Souvenir, das zur Erinnerung an den Firmenbesuch von den jungen Besuchern mit nach Hause genommen werden durfte.