Feuerwehr verabschiedet Josef Dehling

Stehende Ovationen zum Abschied: Josef Dehling wurde nach 21 Jahren an der Spitze der Gladbecker Feuerwehr in den Ruhestand verabschiedet.
Stehende Ovationen zum Abschied: Josef Dehling wurde nach 21 Jahren an der Spitze der Gladbecker Feuerwehr in den Ruhestand verabschiedet.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Chef geht nach 21 Jahren an der Spitze in den wohlverdienten Ruhestand. Auf ihn folgt Thorsten Koryttko. Fabian Bröß wird neuer Stadtjugendwart.

Gladbeck..  „Gott zur Ehr’ dem Nächsten zur Wehr“ – am vergangenen Freitag traf sich die Gladbecker Feuerwehrfamilie zur Jahreshauptversammlung (JHV). Josef Dehling (59) verabschiedete sich von der Wehr-Spitze und auch Uwe Rath sagte als Stadtjugendwart „Adieu“.

Die Bilanz: Die Feuerwehr wurde im vergangenen Jahr zu 1036 Einsätzen alarmiert. Das sind 227 Einsätze mehr als noch 2013. Besonders die Stürme im vergangen Jahr, beispielsweise das Tiefdruckgebiet „Ela“ (Juni 2014), forderten die Kräfte. 744 Mal rückte die Feuerwehr zu technischen Hilfeleistungen aus. 118 Brandeinsätze gab es und 172 Fehlalarmierungen wurden notiert. Bürgermeister Ulrich Roland dankte für die „perfekte Arbeit“ der Wehrfrauen und –männer. „Ich sage danke im Namen der ganzen Stadtgesellschaft. Sie genießen zu Recht gewaltige Anerkennung.“

Die JHV war keine Versammlung wie in den Vorjahren, denn Josef Dehling wurde nach „einer halben Ewigkeit“ als Wehr-Leiter (21 Jahre) in den Ruhestand verabschiedet. Unter stehenden Ovationen beendete Dehling seinen letzten Arbeitstag. Die „Seele der Feuerwehrfamilie“, wie Roland lobte, habe das Schiff in großartige Weise gesteuert und hinterlässt das Haus wohlbestellt. Thorsten Koryttko bereitet sich bereits seit Monaten auf die Nachfolge vor (Schulungen etc.), um den reibungslosen Übergang zu gewähren. Koryttko selbst ist seit 1999 in Gladbeck tätig. „Ich trete in große Fußstapfen“, erklärte der „neue Chef“, der einst über die Jugendwehr zum Berufsdienst fand: „Ich freue mich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe.“

Feierabend ist nun auch für Uwe Rath. Vor sechs Jahren übernahm er das Amt des Stadtjugendwartes. Die Jugendfeuerwehr trage dazu bei, den Nachwuchs der freiwilligen Kräfte zu sichern, betonte er. Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist erfolgreich. In zwei Gruppen gibt es jeweils mehr als 40 „Kids“ und Jugendliche, die mitwirken. Wartelisten seien ebenfalls gut gefüllt. „Das ist ein Indiz für die gute Arbeit, aber es mangelt an Betreuern, die den Nachwuchs unterstützen“, mahnte Rath. „Loslassen ist nicht einfach, aber die nächste Saat wird nun eine andere Person ernten.“ Fabian Bröß ist für die „neue Ernte“ verantwortlich. Traditionell ist eine JHV auch immer ein Ort von Ehrungen und Erinnerungen. Uwe Rath und Dietmar Winkler erhielten für ihre Nachwuchsarbeit die Ehrennadel der deutschen Jugendfeuerwehr.

Dr. Ralph Markowka und Ulrich Roland blickten zudem auf den unterstützenden Einsatz der Wehr in Haltern zurück, nach der schrecklichen Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen. Mit einem Open-Team (Organisierte Personalunterstützung für Extremeinsätze und Nachsorge) leisteten heimische Kräfte psychosoziale Arbeit bei Angehörigen und Freunden der Opfer in den ersten Stunden nach der Katastrophe.