Fahrgastfrust in Gladbeck – RB 43 rollt zurück in 80er Jahre

Kein Nostalgie-Foto aus den 80-er Jahren, sondern eine aktuelle Aufnahme vom Bhf Ost: Die RB 43 rollt an.
Kein Nostalgie-Foto aus den 80-er Jahren, sondern eine aktuelle Aufnahme vom Bhf Ost: Die RB 43 rollt an.
Foto: Funke Foto Services
Die RB-43-Strecke zwischen Dorsten und Dortmund sollte längst aufgewertet werden. Jetzt passiert genau das Gegenteil: zurück in die 80er Jahre.

Gladbeck..  Seit 13. Dezember bedient die Deutsche Bahn (DB) wieder die Regionalbahn (RB) 43 – und seitdem gibt es jede Menge Frust bei den Fahrgästen: Denn die DB ist dort jetzt mit einem veralteten Zugmaterial vom Typ VT 628 unterwegs. Und das wird auch noch etwa ein Jahr lang so bleiben, so Bahnsprecher Dirk Pohlmann.

Zuvor hatte die private Nordwestbahn (NWB) die Strecke zwischen Dortmund und Dorsten bedient. Die NWB setzte hochmoderne und barrierefreie Zug-Garnituren ein; und an diesen zeitgemäßen Standard haben sich die Fahrgäste auf der RB-43-Route ab Bhf Ost bzw. Zweckel zurecht gewöhnt.

Nun also mit dem VT 628 zurück in die 80-er Jahre. „Ich bin jetzt zum ersten Mal seit der Übernahme der RB 43 durch die DB von Gladbeck-Ost aus in Richtung Dortmund gefahren“, schreibt ein junger Gladbecker Bahnkunde an die WAZ. Der Zug um 7.17 Uhr sei direkt zehn Minuten zu spät gekommen.

Da sei der Anschluss in Wanne-Eickel an die RB 46 Richtung Bochum bereits abgefahren. Viele Pendler in Richtung Bochum (zum Beispiel zur Universität) würden diesen Anschluss nutzen, da er gegenüber dem Umstieg in Herne in die U 35 gute zehn Minuten schneller sei. Auch bei weiteren Fahrten sei es zur Verspätung, ja einmal sogar zum Motorausfall gekommen.

„Unklimatisiert, schmutzige Sitze, unangenehme Luft“

Das eigentliche Problem sei aber, dass die Dieseltriebwagen vom Typ VT 628 völlig veraltet seien, so der WAZ-Leser. Von Barrierefreiheit keine Spur. „Der Innenraum ist über drei Treppenstufen erreichbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Rollstuhl eine Chance hat, in diesen Zug zu gelangen. Selbst mit Rampe nicht.“ Zudem entstehe an manchen Bahnhöfen ein zusätzlicher Niveau-Unterschied oder ein breiter Spalt zwischen Treppe und Bahnsteig. Und über den Innenraum sei erst gar nicht zu reden: „Unklimatisiert, schmutzige Sitze, unangenehme Luft.“

Im WAZ-Gespräch bestätigt Sprecher Pohlmann, dass die Triebwagen von Typ VT 628 sicher nicht ganz zeitgemäß seien, doch die neuen, hochmodernen Großraumwaggons des polnischen Herstellers Pesa kämen erst Ende 2016 auf der RB-43-Linie zum Einsatz. Trotz ihres Alters seien die VT 628 in der Lage, die RB 43 verlässlich zu bedienen, ergänzt Pohlmann. „Sonst würden wir diese Züge nicht einsetzen.“ Die besagte Verspätung etwa sei auf eine Streckenstörung bei Dortmund zurückzuführen.