Fachwerkhaus mit Familiengeschichte

Die Kösheide 51 steht für ein Stück Gladbecker Geschichte als ehemals ländlich geprägtes Dorf. Seit 1892 war der Bauernhof, gebaut als Fachwerkhaus, der Wohnsitz der Familie Döweling, die die Felder ringsum landwirtschaftlich nutzte. Als Therese Döweling (80) 1951 ihren Mann heiratete und in dessen Elternhaus einzog, hielt der Schwiegervater dort noch zwei Schweine, Schafe und Hühner, und „wir haben aus dem Gemüsegarten gelebt“, erinnert sie sich. Die Bundesstraße 224 gab es damals natürlich schon, gegen den zunehmenden Verkehr – „den wir gar nicht mehr gehört haben“ – pflanzten die Döwelings große Bäume. Einige davon hat der Sturm Ela in diesem Jahr gefällt.

Auch die Ausbaupläne für die B 224 kennt Therese Döweling seit langem. In den 80er Jahren wurde es fast ernst damit, sollte ein zusätzlicher Fahrstreifen gebaut werden. Dafür hätte die Familie ein Stück Land abgeben müssen. „Damit hätten wir aber leben können“, sagt Frau Döweling. Doch es wurde nichts daraus, die Pläne verschwanden in der Schublade.

Als es in 2011/2012 dann noch einmal richtig ernst werden sollte, stand sie jedoch gemeinsam mit Tochter Gaby Stöckmann (59) unter den Protestlern gegen den Ausbau. „Eine Autobahn ist anders als eine ausgebaute Bundesstraße.“

Kurz nach dem Ratsbürgerentscheid entschied sich Therese Döweling dann für den Verkauf. Ihr waren Haus und Grundstück zu viel geworden, für Tochter Gaby ist „Ponderosa nicht so das Ding“. Es gab mehrere Interessenten, Ramona Schaaf erhielt für 210 000 Euro den Zuschlag.