Es grünt noch immer grün
09.03.2008 | 17:30 Uhr 2008-03-09T17:30:00+0100Vor 25 Jahren gründete sich der Grünen-Ortsverband in Gladbeck. "Urgestein" Mario Herrmann ist als Fraktionsvorsitzender noch immer dabei.
Am Montag werden die Grünen 25 Jahren alt. Die einstigen Schmuddelkinder riefen in den 80en mit ihren alternativ-provokativen Politideen bei den etablierten Parteien Entsetzen und Abneigung hervor. Heute sind sie längst etabliert und in der politischen Realität angekommen. Und das ist auch gut so, nach Meinung von Mitgründer und Fraktionsvorsitzendem Mario Herrmann. "Viele Dinge brauchen eben Zeit, bis sie verwirklicht werden." Beispiel Altpapiersammlung: Damals wurde die Idee der Grünen verteufelt, heute kann man sich die Mülltrennung gar nicht mehr wegdenken.
Gegründet haben sie sich damals pikanterweise in den Räumen des damaligen Franz-Hitze-Hauses, exakt da, wo heute die CDU-Fraktion ihre Sitzungen abhält. Wurde dank des Genius loci da schon die erste schwarz-grüne Koalition in Deutschland vorausgeahnt, die elf Jahre später, 1994 dann Wirklichkeit werden sollte?
Das ist nicht zu klären. Damals beherrschte der massive Kampf gegen den "SPD-Filz" die Diskussion bei den Grünen: Kritisiert wurde die sogenannte "legale Korruption", die Pfründe in RWE-Gremien, durch den (unterstellten) Lobbyismus des ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Manfred Braun, der bei RWE auf der Gehaltsliste stand. Und seitdem die SPD 1994 von ehemals 54 auf 44 Prozent absackte, die Kommunisten von 8 Prozent nur mehr die Hälfte an Stimmen bekamen, wurde in der Bergbau- und Arbeiterstadt Gladbeck die "bunte Koalition" aus CDU, Grünen und der Wählergemeinschaft Bürger in Gladbeck (BiG) möglich. Mario Herrmann: "Wir waren damals mit fünf Ratsmandaten in einer Hochphase, das haben wir nicht halten können."
Gladbeck sei sowieso nie eine Grünen-Hochburg gewesen, wie Universtätsstädte mit einem Reservoir an Studenten, intellektuellen und progressiv eingestellten Wählerschichten: "Wir liegen immer so um drei Prozent unter dem Bundestrend", so Herrmann.
09:35
Kurt Tucholsky: Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. (bitte 35 durch 25 tauschen)
21:23
Grün steht heute genauso für Arbeitsplatzvernichtung ,
wie für Armut vor dem Wählergericht,da ist es hilfreich im Abfall nach Nebeneinkünften zu suchen.