Erneuerte Hochstraße ist „ein Aushängeschild“

Die im Rahmen der Neugestaltung neu gepflasterte Hochstraße.
Die im Rahmen der Neugestaltung neu gepflasterte Hochstraße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die CDU-Kritik an der Bauausführung der Hochstraße landet erneut im Ausschuss. Ein Gutachter findet keine Mängel und nennt den Umbau „ein Aushängeschild“.

Gladbeck..  Von unterschiedlichen Kantenhöhen und abgebrochenen Schnittkanten war bei der CDU die Rede, die damit die Ausführarbeiten des ersten Bauabschnitts der Umgestaltung der Hochstraße attackierte (wir berichteten ausführlich). Ein auf Facebook gepostetes „erhebliche Mängel“ schrumpfte nach dem empörten Protest von Stadt und Bürgermeister auf „optische Mängel“. Ring frei zur wohl letzten Runde hieß es nun im Bauausschuss.

Die entsprechende Liste mit den beanstandeten Punkten hatten die Christdemokraten zuvor an die Verwaltung geschickt. Die engagierte den Gutachter und Bauingenieur Volker Schubert vom gleichnamigen Planungsbüro aus Gelsenkirchen. Der „Bauüberwacher von Pflasterarbeiten“ – so wurde der Experte mit angekündigt – informierte in der Sitzung mittels gebeamter Folien über das Grundsätzliche einer modernen Fußgängerzone. Er betonte Nachhaltigkeit, Funktionalität, optischen Anspruch, geringe Beeinträchtigung des Umfelds während der Bauphase. Kurzum: „Straßenumgestaltung ist ein Aushängeschild der Stadt.“ Und er gab die klipp- und klar-Antwort auf die CDU-Kritik: „Es ist ein Aushängeschild geworden.“

Dann prasselte es auf die CDU nieder: Sorgfältig sei die Planung und Ausschreibung erfolgt, genauso sorgfältig wie die Auswahl der Baufirma, die Baubegleitung durch das Ingenieuramt und die Bauüberwachung durch eine externe Fachfirma. Zudem fänden weiterhin regelmäßige Sichtkontrollen statt, der Regenwasserabfluss sei sichergestellt. Genauso wie die nötige Fugenpflege sechs bis zwölf Monate nach Abschluss der Arbeiten. Dann würde zur vollständigen Füllung nachgesenkter Fugen noch einmal eingeschlämmt. Hinzu kämen Kontrollen während der Gewährleistungszeit. Auch das Vorhalten von Ersatzsteinen auf dem Bauhof sei erfolgt. Schubert: „Die Straße ist wirklich gelungen.“

Nur Dietmar Drosdzol (CDU) grummelte daraufhin. „Sie sind nicht auf unsere Liste eingegangen.“ Der Ratsherr nennt weiterhin „einiges optisch nicht korrekt“. Eine solche „Pflasterung hätte er privat nicht komplett bezahlt“. Natürlich habe Schubert die Liste studiert, hielt es aber „für müßig, darauf einzugehen“. Zementschleierstellen? Da kommt der Besenwagen nicht hin. Unterschiedliche Pflasterhöhen? Sind zu den taktilen Leitbändern so geplant. Unregelmäßige Fugen? Nicht an jeder Stelle im Straßenbau zu vermeiden. Und: „Straßenbauer ist Straßenbauer und kein Uhrmacher.“

Negativer Zungenschlag

Nur folgerichtig also die zweifache Nachfrage von Bürgermeister Ulrich Roland an den Gutachter: „Müssen wir Schadensersatzansprüche geltend machen?“ Schubert knapp: „Nein“. Also finito?

Nicht ganz. Ein Geschmäckle sah der Grüne Mario Herrmann in der CDU-Initiative. Zwar sei es absolut legitim, sich die Baumaßnahme anzusehen, „aber Sie wollten politischen Profit daraus schlagen“. Herrmann kritisierte die „Art des Umgangs damit. Da ist ein negativer Zungenschlag reingekommen. Ich verstehe, dass sich die Verwaltung darüber ärgert“. Eine süffisant vorgetragene Lösungsvariante nannte Franz Kruse (Linke). So ging es wohl weniger um die Bauausführung, als darum, dass die CDU die sozialen Netzwerke ausprobieren wollte. „Das ist in die Hose gegangen, denn das ist die Domäne von Hermann und Bürgermeister, und deshalb streiten wir uns in den Ausschüssen.“

Christdemokrat Drosdzol nahm nur allzu gerne die überraschende Umarmung der Linke an – und wurde geradezu vertraulich. „Franz, danke, ich hätte es nicht besser sagen können.“ In Richtung Schubert sagte er: „Vier Anwälte, vier Meinungen, so ist das auch bei Gutachtern.“ Und dem durchaus amüsierten Ausschussrund verriet er die neue CDU-Strategie: „Wir lassen es damit.“ Und wünschte: „Gutes Gelingen.“

Zweiter Bauabschnitt liegt gut im Zeitplan

Gut im Zeitplan liegt der zweite Bauabschnitt der Umgestaltung der Innenstadt. Derzeit wird die Nordseite der Hochstraße zwischen Europaplatz und Bachstraße beackert. Fußgänger nutzen die fertiggestellte Südseite.

Die Fertigstellung für den Bereich zwischen Europaplatz und Oberhof ist für November geplant. Der Komplett-Umbau erfolgt in vier Bauphasen. Fragen beantwortet das Stadtteilbüro Projekt Stadtmitte unter 7 87 45 13.