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Serie „Straßen der Stadt“...

Erinnerung an den Emschersumpf

13.02.2012 | 18:22 Uhr

Gladbeck. An einen alten Hof in Brauck erinnert der Busfortshof. Jenseits der Brauckstraße führt er schnurstracks nach Süden auf die Stadtgrenze nach Karnap zu und biegt unmittelbar davor nach links ab, um in die Emscherstraße zu münden. Insgesamt ist die Straße rund 500 Meter lang.

Der Hof Busfort war der südlichste Hof Gladbecks. Er stand ungefähr dort, wo sich heute die Gebäude Busfortshof 16a befinden, die Häuser der AWo-Wohnstätten. Der Hof gehörte zu den älteren in Brauck, bereits in der allerersten Katasterkarte der Gemeinde Gladbeck von 1823, ist der Hof vermerkt.

Der Name weist auf eine Furt durch den Busch hin, den Emscherbruchwald, wie der Verein für Orts- und Heimatkunde es weiß. Ganz in der Nähe floss in alten Zeiten ein Arm der Emscher vorbei, die Emscherniederung war sehr feucht, fruchtbar und begrünt. Die Furt führte durch den Sumpf des Emscherbruchs nach Altenessen – folglich eine uralte Wegeverbindung. Der Busfortshof war also der Hof am Busch an der Furt.

Der Bau der Straße wurde durch Beschluss des Rates am 12. Januar 1948 gefasst, zusammen mit dem für den benachbarten Hartmannshof. An ihr errichtete die Stadt sogenannte Nissenhütten, Wellblechhütten in Fertigteilbauweise mit halbrundem Dach und rd. 40 qm Grundfläche. In ihnen fanden nach dem Krieg Ausgebombte und Vertriebene ein vorübergehendes Zuhause. Die Erschließung der heutigen Straße begann ab 1952.

Gleichsam historisch wie wissenschaftlich interessant ist der Fund des Skeletts eines eiszeitlichen Waldwisents am Busfortshof, das man bei der Ausschachtung des ehemaligen Veba-Hochhauses fand. Offenbar hatte sich das Tier, das bis zu drei Meter groß werden konnte, im Sumpf verirrt und war im Emscherschlamm versackt. Das Skelett stellte sich als eines der wenigen, fast vollständig erhaltenen Fundstücke dieser Art in Europa heraus. Einen Abguss findet man im Museum.

Zur Serie: Seit gut einem Jahr stellt die WAZ in ihrer Straßenserie die unterschiedlichsten Pfade und Wege in Gladbeck vor, beleuchtet deren Namen und die Historie. Heute erscheint die 23. Folge. Im Laufe der Zeit gab es drei längere „Spezialfolgen“. Die Serie erscheint sporadisch in unregelmäßigen Abständen.

Georg Meinert

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