Energieausweise richtig deuten und verstehen

Die Kartons mit den Broschüren sind gerade im Rathaus eingetroffen: kompakte Informationen zum Energieausweis. „Der Ratgeber richtet sich an Vermieter und Mieter“, sagt Dr. Dieter Briese vom städtischen Referat für Umwelt. Denn seit dem 1. Mai vergangenen Jahres sind Immobilienbesitzer verpflichtet, Interessenten unaufgefordert den entsprechenden Energieausweis vorzulegen – also potenziellen Hauskäufern oder Mietern. So soll ein Eindruck über den energetischen Zustand eines Gebäudes vermittelt werden.

Den Ratgeber „Energieausweise richtig verstehen – Hilfen für den Immobilienvergleich“ hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen herausgebracht. „So tolle Informationen gebe ich hier in Gladbeck gerne weiter“, so Briese. Mit der Broschüre halten Interessierte das Wichtigste an Informationen zu diesem Thema leicht verständlich in Händen. Wie deute ich überhaupt einen solchen Ausweis? Welche Aussagekraft hat er? Wer muss wann einen Energieausweis vorlegen? Der Leser bekommt in den Heft Antworten. Und obendrein eine Drehscheibe, mit der sich individuell Energiekosten ermitteln lassen, unter anderem für Heizöl, Erdgas und Holzpellets. Ebenfalls beigefügt ist ein Block: „Meine Miet- oder Kauf-Checkliste“. Darauf können Verbraucher Vergleichs-Energiekosten und Wohnungs-/Hausgröße eines Objektes notieren. Und die Art des Energieausweises.

Denn es sind zwei Varianten möglich. Da wäre erstens der Bedarfsausweis, der die energetische Qualität eines Gebäudes beschreibt – unabhängig vom Nutzungsverhalten der Bewohner. Dafür wird eine Immobilie „auf der Grundlage der energetischen Eigenschaften der Gebäudehülle und der Heizungsanlage rechnerisch erfasst“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Variante 2: der Verbrauchsausweis. Der Kennwert, der auf den Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre basiert, ist abhängig vom Heizverhalten der Bewohner. Kaum Auskunft gibt der Verbrauchsausweis hingegen über den energetischen Zustand des Objektes. Brieses Erfahrung: „Viele Vermieter wissen, dass sie einen Energieausweis vorlegen müssen.“ Der Fachmann rät: „Wenn jemand ein Haus kaufen möchte, sollte er sich den Energieausweis zeigen lassen.“