Endlich Drainage gegen Gas-Gefahr in Gladbeck

Grundstücke von Anwohnern der Agnesstraße grenzen unmittelbar an das Gelände der Ex-Mülldeponie.
Grundstücke von Anwohnern der Agnesstraße grenzen unmittelbar an das Gelände der Ex-Mülldeponie.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die seit Jahren laufende Planung für eine Barriere zum Schutz der Anwohner der ehemaligen Mülldeponie Ellinghorst soll im Sommer umgesetzt werden.

Gladbeck..  Was lange währt ist hoffentlich bald gut. Die Drainage, um Anwohner vor giftigen Gas-Ausdünstungen der ehemaligen Mülldeponie Ellinghorst zu schützen, soll endlich realisiert werden. „Die vorbereitenden Arbeiten sind alle abgeschlossen. Jetzt ist es das Ziel, den Auftrag zum Ausbau der Drainage im Sommer auszuschreiben“, so Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel vom projektführenden Altlastensanierungsverband NRW (AAV).

Zur Erinnerung: Im Bereich des heutigen Naturschutzgebietes Halde Ellinghorst, südlich der Agnes-straße, wurde in den 1930er Jahren der Boden bis auf 12,5 Meter Tiefe großräumig für den Ausbau der Autobahn 2 abgetragen. Die so entstandene Senke wurde ab Mitte der 1950er Jahre mit Hausmüll, Bauschutt, Erdaushub und Industrieabfällen angeschüttet. Im Jahr 1974 erfolgte die Aufschlämmung der Fläche mit Rückständen aus der Müllverbrennung und sauberem Boden. 1991 wurden im Deponiekörper erstmals auffällige Methangasanreicherungen gemessen. Die sollten laut einem Gutachten aus 2004 kontinuierlich ausdünsten und bis 2010 gegen Null abnehmen. Stattdessen wurden 2011 in der Deponie hohe Methan- und Kohlendioxidgehalte von bis zu 20 Prozent pro Raummeter Luft gemessen.

Gas-Warngeräte eingebaut

Da die Gutachter nicht ausschließen konnten, dass die giftigen Gase im Boden bis in die Keller angrenzender Wohnhäuser und Firmen wie an der Agnesstraße, am Diekmannshof oder der Albert-Schweitzer-Schule wandern, wurde der Ausbau einer Gasdrainage beschlossen. Zunächst hieß es, dass der Schutzriegel im Sommer 2012 erstellt werde, dann sollte das Vorhaben bis Ende November 2013 umgesetzt sein – getan hat sich bislang nichts, bis auf den Einbau von Gas-Warngeräten in Kellern innerhalb des Gefahrengebiets.

„In Detailuntersuchungen mussten noch einige offene Fragen geklärt werden, die ihre Zeit gedauert haben“, erklärt Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel zum Zeitverzug. „Um den

genauen Drainageverlauf für die Pläne zur Ausschreibung festzulegen, haben wir im Sommer weitere Probebohrungen durchgeführt, die den genauen Grenzverlauf der einstigen Deponie Ellinghorst geklärt haben.“ Demnach solle nun eine Gasdrainage am nördlichen Deponierand zur Agnesstraße sowie ein weiteres Stück im Süden am Diekmannshof ausgebaut werden. Dabei handele es sich im Prinzip um tiefe Gräben, die mit lockerem, durchlässigen Bodenmaterial aufgefüllt werden, „so dass das Gas leicht aufsteigen und entweichen kann“.

Die Kosten schätzt die Fachfrau auf rund 500 000 Euro, wovon die Stadt 100 000 Euro übernehmen muss, den Rest trägt der Altlastenverband. „Dazu müssen jetzt im weiteren Schritt die Verträge mit der Stadt und dem Kreis als Unterer Aufsichtsbehörde geschlossen werden“, so Haglauer-Ruppel.

In der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses ab 16 Uhr am kommenden Montag, 19. Januar, wird der AAV im Ratssaal mündlich über die geplante Maßnahme berichten.