„Einer von uns. Eine richtige Ruhrpottschnauze!“

Foto: Michael Korte

Viele Gladbecker zog es am Donnerstagabend ins Lesecafé der Stadtbücherei, denn dort feierte der Kabarettist Frank Goosen mit seinem neuen Programm „Heimweh und Durst – Geschichten von unterwegs“ Vorpremiere. Im Gepäck hatte der Bochumer Ruhrgebietsanekdoten, aber auch Geschichten von Menschen, die ihn schon damals mit ihren Weisheiten prägten, zum Beispiel seinen Großeltern.

Eine dieser vielen Weisheiten, die Opa Goosen seinem Enkel schon früh mit auf den Weg gab: „Die Ostsee ist ein hinterhältiges Biest, wie deine Oma. Aber sag ihr das nicht.“ Vielleicht war es genau dieser Satz, der Goosens Erfolgschancen beim weiblichen Geschlecht nicht nur auf Klassenfahrten, sondern auch im späteren Leben eher gering ausfallen ließ. Dabei sei doch die Wahrscheinlichkeit, an der Bochumer Allee­straße, wo er heranwuchs, auf ein „böses Mädchen“ zu treffen und früh beigebracht zu bekommen, was ein „french kiss“ ist, doch geradezu riesig gewesen, wie er sich echauffiert. Chance verpasst.

Es sind solche Aussagen, mit denen der Bochumer bei seinem Publikum ins Schwarze. Jürgen Poltorak war einer der zahlreichen Gäste. Er findet: „Der ist einer von uns. Eine richtige Ruhrpottschnauze. Das gefällt den Leuten.“

Volltreffer: Goosens Fußballgeschichten, für die der C-Jugend-Trainer von Arminia Bochum bekannt ist. Wie es denn sein kann, dass die Jungs trotz Angabe der Uhrzeit immer noch fragten, wann Anstoß ist? Der Kabarettist schüttelt sich bei dieser Erinnerung. Diese kleine Anekdote verdeutlicht, wie nervenaufreibend die Arbeit mit heranwachsenden Jungs sein kann.

Dass er nebenbei nicht nur Fußballtrainer, sondern auch noch Romanautor ist, zeigt: Der 48-Jährige ist ein Mann mit vielen Talenten. Und als ein solcher wusste er auch geschickt sein Buch, das im kommenden Jahr erscheinen wird, in sein Bühnenprogramm einzubauen. So viel sei verraten: Es handelt sich, ähnlich wie bei seinem aktuellen Programm, um Geschichten vom Reisen. Diesmal sind es drei Freunde, die gemeinsam in die Ferien fahren und auf dem Weg oft unfreiwillig viel Durcheinander verursachen. Damit bringen sie nicht nur ihre Mitmenschen, sondern auch den Schriftsteller selbst zum Lachen.