Eine phantastische ,Maren Montauk’ gastiert im Café

Er mit Zylinder, sie mit kurzem Schleier: Maren Montauk und David Schwarz auf der Bühne im Café Goethestraße.
Er mit Zylinder, sie mit kurzem Schleier: Maren Montauk und David Schwarz auf der Bühne im Café Goethestraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Konzert mit Aktionskunst begeistert Gäste im tollen Ambiente der Szenekneipe an der Goethestraße. Sänger beweisen erstaunliche Vielseitigkeit.

Gladbeck..  Wie ein Gemälde aus dem beginnenden 20. Jahrhundert sitzen sie auf der kleinen Bühne des Cafés Goethestraße – Sängerin Maren Montauk, alias Maren Keßler, Pianist und Perkussionist David Schwarz mit Elektro-Orgel und Schlagzeug, Michael Büschelmann am E-Bass. Zylinder und kleiner Hut mit Schleier – es erinnert vage an Magritte, ist surrealistisch und minimalistisch.

Montauk trägt das seltsam anmutende Instrument der Autoharp im Arm. Schon vor dem ersten Ton hat die Künstlerin ihr Konzept von „Konzert mit Aktionskunst“ eindrucksvoll vermittelt – bei den knapp 50 Gästen beginnt das Kopf-Kino. Der eingeschlagene Weg der Gedanken wird von Montauks erstem Titel weiter in diese Richtung geführt, alle Sinne werden bedient. „Imagine War“ lädt mit warmer, aber doch roboterhafter Stimme zu einer Art kollektiven Hypnose, untermalt von einfachen sphärischen Klängen.

Kleines Manko des Veranstaltungsraumes an dieser Stelle, dass die bedeutungsschwangere Stille von den Geräuschen der Kaffeemaschine gebrochen wird. Ansonsten ist das Café Goethestraße der ideale Platz, der Raum selber ist ein „Gesamtkunstwerk“, ein Kleinod einer Szene-Kneipe wie aus den Pariser Künstlervierteln entsprungen.

Mit „The bird is gone“ beginnt Montauk die melodische Reise, verblüffend die verträumten Klänge, die nachschwingen. Die Künstlerin besticht mit erstaunlicher Vielseitigkeit ihrer Kompositionen. Lieder, deren Strophen an Kurt Weill erinnern, deren Refrain aber, unterstützt durch die Akkorde der Autoharp wie Folks-Songs klingen – avantgardistische Töne gepaart mit Lagerfeuerromantik.

David Schwarz glänzt mit lupenreinen Jazz-Improvisationen. Die klingen auf der Elektro-Orgel wie aus einer anderen Welt – das Spiel mit den verschwimmenden Grenzen geht weiter. Maren Keßler hatte im Interview mit der WAZ Sting und Björk als Inspirationsgeber erwähnt, doch da ist auch eine Prise Joni Mitchell, Nina Hagen und viele mehr.

Am Ende des Konzertes ist klar: Das ist eine fantastische „Maren Montauk“, die mit diesem außergewöhnlichen Programm „Peace Songs“ sicherlich bald noch vor viel größerem Publikum stehen wird.