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Gladbeck

Ein wenig blauäugig

29.05.2008 | 18:45 Uhr

XXI. Strafkammer in Essen verurteilt Gladbecker (39) wegen Unterschlagung in 34 Fällen zu drei Jahren Haft

Er wisse, dass er blauäugig gewesen sei, sagte der 39-jährige Autohändler. Gerne würde er dem Gericht zeigen, dass er es wieder gut machen möchte. Doch dazu bekommt der Gladbecker vorerst keine Chance. Denn die XXI. Essener Strafkammer verurteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung in 34 Fällen zu drei Jahren Haft.

Der 39-Jährige war mit seiner Essener Firma an der Hafenstraße in eine Geschäftsbeziehung hineingeraten, die immer größere und unübersichtlichere Ausmaße annahm.

Ein Hildesheimer Autohändler hatte auf dem Gelände in Essen eine Fläche angemietet, auf der er rund 100 Autos der Marke BMW abstellte, die zum Verkauf standen.

Die Aufgabe des Angeklagten war es, diese Wagen an den Mann zu bringen. Die Fahrzeugbriefe bekam er aber immer erst dann ausgehändigt, wenn er das Geld nach Hildesheim brachte. In 34 Fällen jedoch behielt der Gladbecker das Geld einfach für sich. Der Schaden beläuft sich auf rund eine Million Euro. Angeklagt waren sogar 135 Taten. Unter anderem wegen Betruges. Doch von den meisten Vorwürfen wurde er freigesprochen.

Die Motivation des Gladbeckers sah Richter Schmidt darin, dass der Angeklagte seinen "eigenen Laden am Laufen halten wollte". Doch auch die Hildesheimer Firma habe Fehler gemacht.

"Es ist schon grob fahrlässig, wenn man so wertvolle Autos einfach irgendwo abstellt und sich nicht dafür interessiert, was damit passiert", sagte Schmidt.

Von Katharina Paris

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