Ein Kreis, 10 Wappen, ein Bein
24.06.2010 | 17:34 Uhr 2010-06-24T17:34:00+0200
Gladbeck Die Jugendlichen der Fröbelschule haben sich ordentlich den Kopf zerbrochen, sich so richtig Gedanken gemacht, bevor es dann an die Umsetzung ihrer Idee ging.
Denn: Farbenfroh sollen sie sein, ausgefallen, ruhig auch ein bisschen verrückt, multikulti, kunterbunt und vielfältig eben - so wie das Leben und die Leute in Gladbeck. Für die soll er nämlich stehen, der 2010-Füßler. Mit 400 von kreativen Gladbeckerinnen und Gladbeckern gestalteten Beinen soll er vom Rathauspark aus sozusagen das Startsignal geben für die Aktivitäten der Stadt zum Kulturhauptstadtjahr in der „Local-Hero-Woche“ Ende September.
210 Kunstbeine hat er bereits, der Füßler, dessen eiserner Rumpf schon fast zur Hälfte im Rathauspark aufgebaut steht. Die Beine baumeln lassen kann er allerdings noch nicht, denn die werden erst später eingehakt.
400 kreativ gestaltete Füße wünscht sich Künstlerin Karoline Dumpe auf jeden Fall für diese gemeinschaftliche Kunstaktion, die sie mit Hilfe des Kulturamtes aus der Taufe gehoben hat. Und damit noch möglichst viele Menschen sich an der Bein-Gestaltung beteiligen, stellt die WAZ-Redaktion in der Reihe „Das Bein der Woche“ alle Menschen vor, die den 2010-Füßler sozusagen ans Krabbeln bringen wollen. So die Jugendlichen der 8. und 9. Klasse der Fröbelschule Mitte beispielsweise. Eine stadtnahe Idee wollten sie umsetzen, die natürlich auch irgendwie fürs Kulturhauptstadtjahr und die Region steht. Dabei heraus gekommen ist ein „Kreis-Recklinghausen-Bein“ für den 2010-Füßler. Wasserfest versiegelt, baumeln die von den Schülerinnen und Schülern gemalten Stadtwappen auf kleinen silbernen Plättchen, mit einem Draht verbunden untereinander. „Da hat sich mal wieder gezeigt, wie gut einige in der Klasse malen können“, freut sich auch Fachlehrerin Kerstin Gudd über die gemeinsame Kunstaktion. Und wer mit dem Farbstift nicht ganz so geschickt umgehen konnte, der hat dem Wappen-Bein den nötigen Halt verpasst und die Zwischendrähte befestigt. So spiegelt das Bein der Fröbelschüler auf jeden Fall, wofür auch das komplette Projekt des 2010-Füßlers stehen soll: Gemeinsam haben die Menschen aus Gladbeck ein Kunstprojekt auf die Beine gestellt, beziehungsweise ihm Beine verliehen. „Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagt Fatima, und die anderen Bein-Bastler aus ihrer Klasse nicken zustimmend. Lehrerin Kerstin Gudd überlegt schon, ob sie mit den kleinen Klassen dem Füßler auch noch auf die Sprünge hilft. Dann können die Jugendlichen aus der 8. und 9. den Kleinen auf jeden Fall mit guten Tipps helfen.
19:12
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16:23
Hoffentlich denkt der Zweitausendfüßler nicht an all seine Beine, wenn er das Laufen lernt, sonst kommt er nie in die Gänge
09:15
Ich finde diese Kunstaktion ganz toll. Als Schüler hätte ich mir mal gewünscht, dass ich etwas gestalten kann, das dann im öffentlichen Raum am Rathaus ausgestellt wird. Aber so etwas war vor vierzig Jahren praktisch noch undenkbar, zumindest hier in der Provinz.
Den Elan, mit dem die heutigen Schüler an diese Aufgabe herangehen, kann ich mir lebhaft vorstellen.