Ein Joint kostete einen Gladbecker (33) den Führerschein

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Was wir bereits wissen
Hasch-Zigarette "gegen die Schmerzen" mit Folgen: Die Polizei kassierte seinen Führerschein ein. Und um seinen Job muss der Mann auch fürchten.

Gladbeck.. An diesen Fehltritt wird sich der 33-jährige Gladbecker wohl sein Leben lang erinnern. Er brachte ihm viel Ärger und hohe Kosten ein, möglicherweise verliert er dadurch sogar seinen Arbeitsplatz. Einen einzigen Joint hatte er geraucht, kurz bevor ihn die Polizei auf dem Weg zum Essener Baldeneysee mit seinem Auto stoppte.

Die Folgen des Ausrutschers „Haschkonsum“ waren drastisch. Der Kreis Recklinghausen entzog ihm den Führerschein. Bekifft Auto zu fahren, bedeutet nach Ansicht der Beamten, dass man eine enorme Gefahr für die Allgemeinheit ist.

Jetzt kämpfte der junge Mann vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen um seine Fahrlizenz. Mit einem für ihn ernüchternden Ergebnis, was ihm aber dennoch Chancen auf eine positive Wendung lässt. Vorausgesetzt, er kann nachweisen, dass er seit dem Cannabis-Vorfall Ende November 2014 clean ist und nach Einschätzung eines Gutachters auch bleiben wird.

Urinproben und Haaranalyse

Mit Hilfe des Richters schloss der 33-Jährige mit der Behörde einen Vergleich. Er bekommt sofort vorläufig seine Fahrerlaubnis zurück, wenn die Auswertung seiner Urinprobe ergibt, dass er momentan drogenfrei ist. Dazu musste er mit dem Testkonzern Dekra einen Vertrag schließen, wonach ihm in sechs Monaten viermal unangemeldet Urin entnommen wird. Jeder dieser Tests kostet 100 Euro. Für die Auswertung des ersten Röhrchens lässt sich die Dekra jetzt aber schon mehr als zwei Monate Zeit.

Sind alle vier Tests „drogenfrei“, muss der Betroffene sein Haar analysieren lassen. Kostenpunkt ca. 250 Euro. Wie ein Alkoholsünder muss er auch eine MPU, eine medizinisch-psychologische Untersuchung, durchlaufen. Die kostet mindestens 500 Euro. Der Vorbereitungskurs schlägt mit weiteren 1000 Euro zu Buche. Macht summa summarum mindestens 2150 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für Rechtsanwalt und Gericht.

Der neue Chef muss Verständnis aufbringen

Und es droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Am 1. Juli soll er als Vorarbeiter bei einer Tiefbaufirma einen neuen Job antreten. Dazu braucht er unbedingt seinen Führerschein. Nun kann er nur hoffen, dass sich seine Drogenfreiheit noch vorher herausstellt oder der neue Chef für eine gewisse Frist Verständnis aufbringt. Wenn ihm allerdings Drogensucht bescheinigt wird, ist er die „Fleppe“ ohnehin mindestens für lange Zeit los.

Und was hat den ganzen Ärger ausgelöst? Ein Freund hatte ihn besucht. Weil er von einer anstrengenden Arbeit Gelenkschmerzen hatte, bot der ihm „zur Schmerzlinderung“ einen Joint an. Dem Drängen gab er irgendwann nach, obwohl er den Kumpel vorher beschworen hatte, doch endlich mit dem Haschen aufzuhören. Und zu allem Unglück kam dann nach dessen Weggang noch die Freundin, und die wollte gegen Mitternacht unbedingt einen Spaziergang am Baldeneysee machen.