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Protestaktion

Ein Hauch von Stuttgart 21

04.10.2010 | 07:26 Uhr
Ein Hauch von Stuttgart 21
Das Netzwerk Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Bundesstraße 224 zur A 52 protestiete am Samstag auf der Brücke an der Horster Straße über der B 224. Foto: Franz Meinert

Gladbeck.Mit Luftballonen und Infos für Bürger protestierte das Bürgerforum A 52 gemeinsam mit sechs anderen Initiativen aus Bottrop, Essen und Gelsenkirchen gegen den geplanten Ausbau der B 224.

Unten donnert der Verkehr über die B 224, oben, auf der Brücke, werden orange Luftballons mit Helium voll gepumpt. „Leute, wir hatten gerade eine ganze Sendeminute bei REL, sogar vor Ruhr.2010!“ Meike Maser-Plag vom Bürgerforum A52 ist um knapp viertel vor zwölf am Samstag ein wenig unter Strom. Gleich, um fünf vor zwölf, geht’s los mit der von sechs Bürgerinitiativen aus Bottrop, Essen und Gladbeck geplanten gemeinsamen Protest-Aktion gegen den Ausbau der 25 Kilometer langen B 224-Trasse zur Autobahn A 52. An 20 Standorten finden zur selben Zeit Aktionen statt.

Info
Nur verträglich

Die Stadt Gladbeck und der Rat der Stadt haben ihre Position zu den Ausbauplänen für die B 224 wiederholt deutlich gemacht: Nur stadtverträglich, lautet die Ansage an Land und Bund. Das bedeute u.a. einen mehrere Kilometer langen Tunnel, wie er auch bei anderen Autobahnprojekten z.B. Hamburg/Essen möglich sei und finanziert werde.

Dabei sei „Ausbau“ gar nicht das richtige Wort, so die Sprecherin des Bürgerforums Meike Maser-Plag: „Es wurde immer gesagt, die B224 würde ausgebaut. Das ist nicht richtig, es geht hier um den Neubau einer Autobahn, ganz konkret sogar um den Neubau einer Transit-Autobahn.“ Das Bürgerforum geht davon aus, dass sich die Stau-Situation mit einer neuen Autobahn sogar noch verschlechtern würde. Bezug nehmen sie dabei auf eine Verkehrszählung von 2005, die als Prognose von einer Vervierfachung des LKW-Verkehrs und allgemein einer Verdopplung des Verkehrs von 40.000 Kraftfahrzeugen auf 80.000 Kraftfahrzeuge ausgeht, die Gladbeck täglich auf der Strecke der B224 passieren würden, sofern sie neue Autobahn werden würde.

Viele Leute bleiben an diesem Samstag auf der Brücke über die B224 stehen, unterhalten sich mit den Organisatoren. „Die Bürger sind nicht damit einverstanden, dass hier eine Autobahn durch unsere Stadt gehen soll“, so Annette Taddays Eindrücke aus den Gesprächen mit Passanten.

Resolution mit 3200 Unterschriften

„Man hat den Eindruck, dass Düsseldorf oder Berlin gar nicht wissen, wie es bei uns aussieht“, sagt einer der Bürger, während er kopfschüttelnd auf die Straße zu seinen Füßen schaut.

Eine ähnliche Erfahrung hat das Bürgerforum auch gemacht. Sie haben sich mit einer Resolution mit 3200 Unterschriften an das Bundesverkehrsministerium und Straßen.NRW (Landesbetrieb) gewandt. Die Forderung: Prüfung einer optimierten Lösung mit einer Umgehungsautobahn. Die Antwort enttäuschte: Das sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Daher besinnt man sich nun auf die Ansprechpartner vor Ort: Die Stadträte. Es geht der klare Appell an die Kommunalpolitik: „Wir wollen, dass sich die Räte der betroffenen Städte deutlich gegen die A52 positionieren“, sagt Leo Werner.

Ein Hauch von Stuttgart 21 liegt an diesem Samstag auf der Brücke in der Gladbecker Luft; ein Passant zieht sogar den Vergleich zum süddeutschen Verkehrsauffreger. „Wir spüren einen deutlichen Rückhalt aus der Bevölkerung“, so Maser-Plag. Vor Ort ist das klar rauszuhören. „Wir brauchen das nicht!“, sagt einer, man solle es so lassen, wie es ist und wenn überhaupt, dann sei eine Umgehungslösung akzeptabel.

Jetzt ist es fünf vor zwölf – nicht nur symbolisch. Die orangenen Ballone werden an der Brücke und entlang der Horster Straße zu beiden Seiten in die Luft gelassen. Sie sollen zeigen, welches Ausmaß die neue Autobahntrasse hätte und wie weit sie in das Gladbecker Stadtbild eingreifen würde.

Und betroffen wäre auch die gesamte Region,soll dieser gemeinsame Aktionstag der Bürgerinitiativen zeigen, die damit ihren Zusammenhalt stärken wollen. Gemeinsam erreicht man eben mehr, lautet die Devise. Aber wenn nicht? „Da wird man schon sehen, wo Gladbeck enden wird“, sagt Ursel Schulz noch.

Jan Dinter

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Kommentare
29.10.2010
21:51
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Strikter Gegner | #65

Wer Straßen sät wird Verkehr ernten!
Der Bau einer Transitautobahn mitten durch das Ruhrgebiet, lockt/holt den Verkehr ins Ruhrgebiet.
Wir brauchen nicht Automobilität sondern ein Gesamtkonzept für das Ruhrgebiet, das alle Verkehrsmittel fördert. Wenn das steht und darin mir jemand nachweisen kann, das die Transitautobahn Sinn macht, dann bin ich als strikter Gegner der Planung bereit umzudenken. Wer aber nur Scheibchenweise immer ein Stück Autobahn baut um mit dem Mehrverkehr das Nächste zu rechtfertigen, dem gehört das Handwerk gelegt. Pendler gehören in Bus und Bahn und nicht einzeln im Auto auf die B224. Aubau des ÖPNV und verhinderung des Transit-LKW-Verkehrs!

26.10.2010
16:44
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Merk mal was @ProMINUSA52 | #64

Am besten durch Deinen Garten @Pro-A52, dann verlierst Du auch nicht mehr den Anschluss zum Allgemeinverständnis und Deine Sicht wird sicherlich auch eine andere werden.

Pro oder Minus A 52
Was bist Du denn nun, dafür oder dagegen ?

15.10.2010
20:59
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Pro-A52 | #63

Ganz großes Kino. Jeder kommt dann mit einem eigenen, tollen Vorschlag um die Ecke, wo die Autobahn am besten gebaut werden sollte - natürlich dort, wo sie denjenigen selbst am wenigsten stört. Ist natürlich sehr sinnvoll, dafür neues Bauland zu erschließen und Natur zu zerstören, nur damit 50 Leute ihre Ruhe haben. Nein nein, auf der bereits vorhandenen Trasse zu bauen ist die einzig vernünftige Lösung. Alles andere ist Murks.

15.10.2010
17:36
Ein Hauch von Stuttgart 21
von MichaelH | #62

Ich verstehe die ganze Diskussion hier nicht. Das Bürgerforum ist laut dem Bericht für und nicht gegen die Autobahn. Zitat: Die Forderung: Prüfung einer optimierten Lösung mit einer Umgehungsautobahn. Das Bürgerforum protestierte also nur gegen den geplanten Ausbau der B 224, aber nicht generell gegen eine Transitautobahn!!!

08.10.2010
17:36
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Schizophrenie, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker | #61

Zitat:
Und wieder nichts als persönliche Anfeindungen und Beleidigungen...
Zitatende.
...
Zitat:
nur weil ein paar Idioten dagegen Stunk machen
Zitatende:
Unterschrift:
Pro-A52
Wer will denn so jemanden noch ernst nehmen, der sich hier scheinbar in den Kommentarenlisten verselbstwirklichen will???

Aber sein Pseudonym deutet ja bereits eine schidzophrene Symptomatik im fortgeschrittenem Stadium an, achte mal darauf, nur Widersprüchlichkeiten im ganzen Texte von Pro-A52.

heyy
@Pro-A52,
was bist Du denn nun Pro oder (- steht für Minus) gegen die A52, werdet euch doch mal einig Ihr beiden @Pro-A52 ;-)

08.10.2010
13:11
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Anti-Polemiker | #60

Ahja, jetzt auf einmal sollen die Aussagen nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Na, dann wissen wir ja auch, wie Sie zu diskutieren pflegen. Einfach mal so irgendeine Meinung kundtun mit irgendwelchen Zahlen, und wenn nachher was nicht stimmt, dann kann man ja immer noch sagen Hey, hört auf, alles was ich sage auf die Goldwaage zu legen.
Aber das Sie das Niveau nicht gerade zu heben bereit sind, erkennt man auch an solchen Aussagen wie ...nur weil ein paar Idioten dagegen Stunk machen. Doch auch das zieht sich bereits durch alle Ihre Argumente. Halten Sie sich auch selbst in Zukunft bitte an Ihre Aussage, dass man erst die Ansprüche an andere selber erfüllen sollte. Scrollen Sie mal rauf, das sagte ich auch bereits schonmal zu Ihnen.
Ich denke, ehe ich mich jemals Ihrer Meinung anschließe, unterschreiben ich lieber die Resolution; mit solchen Leuten wie Ihnen möchte ich nicht in einen Topf geschmissen werden.

Doch zurück zur Sache: Man kann die Argumentation auch umdrehen. Nur weil ein paar Personen (ich vermeide bewusst Ihre Ausdrucksweise) den Ausbau fordern, muss eine große Anzahl darunter leiden. Es gibt keinen Nachweis, dass eine Mehrheit hinter dem Ausbau steht. Genausowenig, dass es unter den derzeitigen Plänen voraussichtlich zu einer Entlastung kommen wird.
Daher, erbringen Sie den Beweis der Entlastung oder sammeln Sie Unterschriften für eine Ausbauresolution. Dann würden Sie mich überzeugen und könnten Ihre, verzeihen Sie mir den Ausdruck, Schnauze aufreißen!

08.10.2010
12:09
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Pro-A52 | #59

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es wäre mal angebracht, nicht jede meiner Aussagen entweder a) auf die Goldwaage zu legen oder b) absichtlich fehlzuinterpretieren.

Sie haben außer 3.200 Unterschriften gegen die Autobahn nichts vorzuweisen. Damit wollen Sie dem Rest der Menschheit verkaufen, dass die Autobahn von der Allgemeinheit unerwünscht ist. Wie gesagt, vielleicht sollte man die Ansprüche, die man an die Argumentationsweise anderer Leute stellt, erstmal selber erfüllen. Die Resolution sagt nicht mehr und nicht weniger aus, als dass 3.200 Leute gegen die Ausbaupläne sind. Selbst wenn noch mal 3.200 Leute unterschreiben, rechtfertigt das noch längst nicht, die Ausbaupläne auf Eis zu legen. Wo kommen wir denn hin, wenn jede sinnvolle Modernisierung begraben wird, nur weil ein paar Idioten dagegen Stunk machen? Ein Hauch von Stuttgart 21 - treffender könnte die Überschrift nicht lauten. Dreiste Blockadehaltung hier wie dort.

08.10.2010
08:16
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Anti-Polemiker | #58

@Pro-A52
Ich bin gegen die derzeitigen Pläne, habe aber noch nicht unterschrieben. Bin ich dann nach deiner Logik ein Befürworter?!? Gut, ich übernehme mal deine Logik:
Da bei den Wahlen der letzten Jahre zwischen nur 50 -60% zur Wahl gegangen sind, sind demnach 40-50% gegen die entstehenden Regierungen auf allen Ebenen. Wenn ich dann noch die Oppositionen hinzurechne (weitere 20-30%) kann ich nach deiner Logik behaupten, dass 60-80% der Bevölkerung gegen die Regierungsentscheidungen sind, und damit auch gegen den von der Politik entschiedenen Ausbau. Wo wir wieder beim Thema Mathematik wären, nur hier mit logischem Unterbau und weitergedacht...wenngleich ich diese, von dir eingebrachte Ableitung von Mehrheiten schwachsinnig finde.

Und die Frage, warum du eine Resolution starten solltest? Ganz einfach, du prahlst hier mit angeblichen Mehrheiten rum, für die es nicht mal den Ansatz eines Nachweises gibt. Die Gegner können schon 3.200 Personen nachweisen, wieviel du?

08.10.2010
04:14
Ein Hauch von Stuttgart 21
von PROgnose KEINE AUTOBAHN, wetten? | #57

#56
Du kriegst Deine Spielzeug-Autobahn nicht und fertig, ist viel zu teuer.

Wohl im Lotto gewonnen?

08.10.2010
02:59
Ein Hauch von Stuttgart 21
von Pro-A52 | #56

Dieses Geschwätz ist ja nicht mehr auszuhalten. Es wäre mal angebracht, nicht jede meiner Aussagen entweder a) auf die Goldwaage zu legen oder b) absichtlich fehlzuinterpretieren.

@54:
Wozu sollten die Befürworter eine derartige Resolution starten? Diejenigen, die sich an eurer Hetzkampagne nicht beteiligen, werden wohl logischerweise zu den Befürwortern zählen oder es ist ihnen schlichtweg egal (soll es auch geben!). 59.000 abzüglich 3.200 sind offensichtlich nicht gegen die Autobahn. Wo wir wieder beim Thema Mathematik wären.

@55:
Godwins Law besagt: “As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.”
Mit anderen Worten: Die Argumente gehen Ihnen langsam aus. Aber das ist ja nichts neues.

Zum Thema repräsentativ:
3.200 Unterschriften sollen also repräsentativ dafür sein, dass GANZ Gladbeck oder die überwiegende Mehrheit der Gladbecker gegen die Autobahn ist? Woher kommt diese Annahme? Warum soll das repräsentativer sein als die Anzahl der Befürworter (die sich logisch leicht herleiten lässt)? Nur weil es Ihnen besser in den Kram passt?

Zum Thema dann wüssten Sie auch wofür (nicht wogegen) die Unterschriften gesammelt wurden:
Oh ja, stimmt... Es wurden natürlich Unterschriften FÜR etwas gesammelt. Man kann jede Sache natürlich so drehen, wie es einem lieb ist.

Zum Thema Haben Sie keine eigene Meinung und drehen Ihre Meinung so in den Wind, wie er weht?:
Tja, das ist der Unterschied zwischen Ihnen und mir: Mir ist es nicht wichtig, meine eigene, ganz persönliche, individuelle Meinung auf Gedeih und Verderb und zum Nachteil übergeordneter Interessen durchzusetzen. Wenn ich mit meinen Ansichten in der Minderheit bin, dann ist das halt so. Aber woher nehmen Sie und 3.199 andere sich das Recht, zu behaupten, sie würden im Interesse aller 75.000 Gladbecker sprechen? Was Sie bei mir kritisieren, das vollführen Sie selbst doch in derselben Art und Weise.
Die Vorteile dieser Autobahn wiegen die Nachteile locker auf. Wenn die Mehrheit das anders sind, hab ich halt Pech gehabt. Wie gesagt, ich kann damit leben, für Sie ist es hingegen ein Weltuntergang, wenn nicht alles nach Ihrer Pfeife tanzt. Warum sollen Hunderttausende auf diese Autobahn verziehen? Nur weil ein paar Leute dagegen sind? Das nennt man dann halt persönliches Pech. Setzt eure Mühen lieber für lohnendere und vor allem wichtigere Ziele ein.

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