Ein Festival des Tanzes
29.01.2012 | 17:42 Uhr 2012-01-29T17:42:00+0100
Gladbeck. Einmal im Jahr schlagen die Herzen von Tanzfans und Tänzern in Gladbeck höher. Zwei Tage scheinen Stadt und Stadthalle ihnen zu gehören, wenn das Festival „Up To Dance“ zu einigen Workshops lädt und am Samstagabend als Höhepunkt eine große Tanzshow in der Stadthalle veranstaltet.
Der ging am Samstag eine „Start-Up Show“ voraus, bei der auch etliche Gladbecker Tanzgruppe auf der Bühne ihr Können bewiesen. Nach einer kurzen Pause gehörten die Bretter, die die Welt bedeuten den semiprofessionellen Tänzern. Und zwar, wie die Jury meinte, den besten des Landes. Vorschriften in Sachen Thema oder Tanzstil gab es nicht. Und das sorgte wieder einmal dafür, dass hier ein interdisziplinäres tänzerisches Feuerwerk stattfand.
Ein außergewöhnlicher Beitrag etwa kam von der Gruppe „Venus 2“ aus Leinbach. Sie tanzte eine Nummer aus einer Show, die auf der Venus spielt. Und so war es wenig verwunderlich, dass der Beginn der Nummer überirdisch war: Zwei Tänzerinnen schritten auf hohen Stelzen in bodenlangen Kleidern hinein. Sie bildeten die Kulisse für die anderen, die barfüßig mit Bändern und Reifen tanzten, eine Symbiose von Tanz und leichtathletischen Elementen zeigten. Doch dann kam der Bruch. Die sphärische Musik ging aus. Dafür wurde Liza Minellis „Single Ladies“ eingespielt und die jungen Damen tanzten nun auf Stühlen und um sie herum sexy und lasziv.
Gleich darauf folgte ein Kontrapunkt zu solch aufreizender Show. Drei Tänzerinnen der „I Love Dance Company“ aus Essen zeigten ihre Choreographie „Too Late“, eine tänzerisch sehr klassische Nummer, ausdrucksstark und leidenschaftlich, ästhetisch und ohne große Effekte einfach gut, fanden alle im Raum.
Künstlerisch herausragend war der Beitrag der „Juniorcompany Odenthal“. Junge Mädchen und Frauen zeigten hier in dunklen Ganzkörperanzügen und mit androgyner Aura eine wirklich beeindruckende Nummer, die ganz auf industriellen Geräuschen basierte. Los ging es akustisch mit einem Druckergeräusch, die später von den Klängen alter Computerspiele ergänzt wurden. Dazu tanzten die Mädchen, die bereits damit beim „World Cup“ antraten, eine starke Nummer, zuweilen gewollt asymmetrisch, hochmodern und nahezu genial. Geschlagen wurde der Jubel, den es dafür gab, nur noch von den Begeisterungsstürmen der zahlreichen jungen Damen im Raum, als ein junger dunkelhäutiger Tänzer die Bühne betrat.
Der ist zwar kein echter Lokalmatador, kommt aber immerhin aus der Nachbarstadt Gelsenkirchen von der „L.A. Dance Company“ und brachte vier Tänzerinnen mit. Seine Show mit Elementen des Videoclip-Dancings, New Style und L.A. Style, basierte auf einem Auszug aus dem Charts und war vom ersten Moment an mitreißend. Beinahe hätte man denken können, der Michael Jackson sei zurück, so gut war diese Vorführung tänzerischen Könnens, so mitreißend und in sich schlüssig. Mit nicht enden wollenden Jubelschreien wurde dieser Auftritt belohnt. Und spätestens hier war klar, die Mädels im Raum gaben zumindest akustisch den Ton an.
Im Rahmen des Festivals fanden in der Anne-Frank-Realschule Workshops mit neun Tänzern verschiedener Sparten an. Dabei waren sowohl klassische Angebote wie Jazz-Dance, aber auch sehr zeitgenössische. So unterrichtete Yvonne O. Mouhlen die Teilnehmer zwei Tage lang im „Theatre Jazz“, basierend auf den Choreographien aus dem US Serienhighlight „Glee“.
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